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Urlaubstagebuch Namibia
Mai/Juni 2010

Anmerkungen:

Die Links wurden beim Schreiben des Tagebuches gesetzt. Sollten Links nicht mehr korrekt sein, wäre es nett, wenn Ihr mir eine Information zukommen lasst.
Bilder des Tages: Die Links sind ein Teil der Diashow, die auch separat aufgerufen werden kann. Wenn Ihr den Link "Bilder des Tages" benutzt, könnt Ihr aus der Tagesübersicht via Link "Tagebuch" ins Urlaubstagebuch an den entsprechenden Tag zurückspringen. Alle anderen Links zum Tagebuch (z.B.: Einzelbilder) gehen zum Start des Tagebuches zurück.
Alle Bilder mit Geo-Daten können auch direkt über GoogleEarth (Voraussetzung: Software ist lokal installiert) bei den entsprechenden geographischen Daten angezeigt werden. Bei jedem Tag mit Bildern ist ein entsprechender Link zur Anzeige. Und neu jetzt: das kann auch über GoogleMaps anzeigt werden. Link ist ebenfalls gesetzt.
Die GoogleMaps Karten der Touren blähen das Laden dieser Seite so sehr auf, dass ich mich entschieden habe jeweils am Ende des Tages den ersten Link zu der(n) Karte(n) zu setzen - auf dieser Seite kann mit "zurück zum Tagebuch" direkt wieder an die verlassene Stelle zurückgekehrt werden.
Wer zur Diashow gerne etwas Hintergrundmusik hören möchte, kann diese mit diesem Musiklink (neues Fenster/Tab, damit parallel die Diashow laufen kann) starten. Die Seite kann gefahrlos aufgerufen werden - es startet noch kein Download. Erst auf dieser Seite wird die Musik ausgesucht und dann startet der Download. Gröîe und Dauer sind hinterlegt.

Für die Reinschrift wurde auch das Tagebuch von Susanne zu Hilfe genommen - für die grammatikalischen und sonstigen Fehler zeichne ich aber alleine verantwortlich!


Inhaltsverzeichnis


Kleiner VideoClip von der Wasserstelle der Onguma Tented Camp Lodge (YouTube)

23.05.2010 - Abflug Frankfurt

Endlich ist es so weit. Nachdem uns in der vergangenen Woche auch noch der isländische Vulkan Eyjafjallajökull wieder in die Quere kam und es zunächst hieî, dass am Dienstag (19.05.) wieder mit Startverboten zu rechnen sei, hat sich dies zum Glück nicht bewahrheitet.

Bild vom 23.05.2010 für Tagebuch

Es hat auch so seine Nachteile, wenn der Flug erst am Abend startet, denn der Tag heute war dann doch etwas geprägt von Aufregung (zumindest bei mir) und immer wieder Kontrolle, ob alles dabei ist. Unser bestelltes Taxi kommt dann auch noch zu spät (haben die irgendwie verpennt), aber wir hatten ja genug Reserve.

Gestern konnte ich noch sehr schön den Web Checkin durchführen, so dass wir heute beim Schalter nur kurze Zeit warten mussten. Eine längere Schlange gab es dann bei der Passkontrolle, dafür keine Schlange bei der Sicherheitskontrolle, die gerade erst geöffnet hatte. Nun warten wir auf das Boarding und lassen uns mal über den Flug überraschen.

Sehr pünktlich geht es zur Startbahn und wir heben in Richtung Afrika ab. Schon bald ist es dunkel - das Kabinenpersonal ist nicht unfreundlich - strotzt aber auch nicht gerade von Zuvorkommenheit. Wir können aber die im Internet sehr schlechte Bewertung der Airline nicht bestätigen.

Nach dem Abendessen machen wir uns dann für das ungemütliche Schlafen in der EconmyClass bereit.

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24.05.2010 - Ankunft und Fahrt nach Süden

Also, die Hoffnung besteht, dass die technische Wartung der Maschinen besser ist als die des Interieurs. Die Sitze waren dermaßen ausgesessen, dass uns morgens der Hintern richtig weh tat. Das Schlafen in den engen Sitzen tat ein übriges dazu, dass wir uns wie gerädert fühlten.

Bild vom 24.05.2010 für Tagebuch

Das Frühstück konnte man auch vergessen und so freuten wir uns jetzt auf die überpünktliche Landung (20 Minuten früher). Um etwa 05:00 Uhr morgens betraten wir zum ersten Mal den Boden des afrikanischen Kontinents. Es ist noch stock-dunkel und durch eine mit einer Menschenkette gebildete künstliche Straße marschieren wir zum Terminal.

Dort hieß es dann erst einmal das Einreiseformular auszufüllen. Warum man das nicht bereits im Flugzeug verteilt, wo man 10 Stunden Zeit hat, ist uns unverständlich. So müssen wir in dem engen Raum erst einmal alles verstehen und dann heißt es in der Schlange warten.

Die Kontrolle ist wirklich langwierig und wir sind erst einmal froh, als die beiden Schalter für Diplomaten und Einheimische dann auch noch für die Touris geöffnet wurden. Danach ging es dann recht flott voran und unser Stempel besagt jetzt, dass wir maximal 30 Tage in Namibia bleiben dürfen.

Europcar für unseren Mietwagen finden wir sehr schnell, allerdings ist dort der Computer ausgefallen, so dass alles ziemlich langatmig wird und zwei Mieter noch vor uns dran sind. Endlich aber sind wir auch abgefertigt und gehen zu Himba, unserem ersten Mietwagen, der schon zu Hause seinen Namen bekam. (Doku Sendung über Namib-Elefanten (und da hieß der kleinste und schwächste Himba - halt Susanne)).

Es ist ein Renault-VAN - ich wusste gar nicht, dass die auch so Wagen produzieren - und nach der Erklärung und noch einem kleinem Frühstück im Flughafen, geht es dann versuchsweise auf die Straße mit einem Rechtssteuer und Linksverkehr. Kennen wir ja vom britischen Empire. Kaum losgefahren, sehen wir schon die ersten Paviane am Straßenrand und eine Antilope.

Wir fahren zunächst auf der B6 nach Windhoek, das doch relativ weit weg liegt. Die Suche auf der Durchfahrtsstraße nach einem Supermarkt bleibt erfolglos, so dass wir irgendwann auf der B1 Richtung Mariental sind.

Immer etwas schwierig die richtige Spur zu erwischen, da man keine Vorabrichtungsweiser hat, sondern diese immer erst sieht, wenn man an der Kreuzung ist. Der Verkehr ist dicht (vermutlich Berufsverkehr) und gegen 07:00 Uhr liegt dann Windhoek schon hinter uns und wir sind auf dem Weg zu unserer ersten Übernachtung.

Je weiter weg wir kommen, desto weniger Verkehr gibt es hier und die schnurgerade Straße trägt auch nicht dazu bei, dass einen keine Müdigkeit überkommt, gerade wir, die wir total übernächtig sind. Aber mit ein paar kurzen Pausen geht das hervorragend.

In Rehoboth fahren wir dann mal in die "City", damit wir endlich unseren Wasser- und sonstigen Bedarf bestücken können. Ein für uns Großstadt-Europäer ein gewöhnungsbedürftiges Stadtbild. Die Auswahl im Supermarkt ist nicht sehr groß, aber Wasser und etwas zu Knabbern ist die Hauptsache.

Und weiter geht es dann bis kurz vor Mariental, wo wir abbiegen und nach ca. 12km dann die Bekanntschaft mit unserer ersten Schotterstraße machen. Sicherlich doppelt so breit wie die Hauptstraße, können wir nun unsere Staubwolke im Rückspiegel sehen. Der Belag ist aber gut und es lässt sich bis jetzt gut fahren.

Nach einer Weile werden wir dann von einem Einheimischen im Eiltempo überholt und müssen dann auch erst einmal "Staub schlucken". Nach 38 KM ist es dann so weit, die Bagatelle Kalahari Game Ranch liegt rechts von uns und nachdem wir das Tor geöffnet und wieder geschlossen haben, müssen wir noch einmal 3 KM fahren, diesmal auf Sand von Dünen, bis wir vor der Rezeption stehen.

Bedingt dadurch, dass wir so früh beim Flughafen weg kamen, sind wir entsprechend früh hier und werden fürstlich erst einmal mit einem Trink empfangen und der Empfangschef könnte Engländer mit seinem skurrilen Humor sein. Nachdem er den Voucher geprüft hat, erzählt er uns erst einmal, dass wir nur eine Nacht bleiben können, da morgen alles voll ist.


Bild vom 24.05.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Der Schock muss uns im Gesicht gestanden haben, denn kurz bevor ich mit dem Schimpfen anfangen wollte, erzählt er uns "This was a joke". Und so geht das bei der Führung durch die Anlage weiter. Ein sehr netter Kerl, aber mit gewöhnungsbedürftigem Humor.

Nachdem er uns dann auch noch unsere Unterkunft gezeigt hat, können wir erst einmal auspacken und uns einrichten - danach einen Begrüßungswein trinken. Dann klopft es an der Tür und ein EuropCar Fahrer steht vor uns mit einem Päckchen von unserer Incoming Agentur mit allen Unterlagen. Wir wussten gar nicht, dass wir das bekommen sollten, haben wir doch schon alles bereits in Deutschland erhalten. So haben wir dann noch ein Tourbuch und der Fahrer muss jetzt wieder die 362 Kilometer zurück nach Windhoek.

Ich gehe erst einmal eine Stunde schlafen. Für den Nachmittag haben wir eine Sundowner Tour (durch die Randgebiete der Kalahari) gebucht und das zeigt uns erst einmal "ein wenig" die Riesengröße von solchen Farmen (wird ja heute nicht mehr bewirtschaftet). Es geht quer-beet durch die Dünen und die Springböcke werden bald schon nicht mehr fotografiert. Die laufen hier rum wie bei uns Rehe, aber immer wieder herrlich bei ihren Sprüngen anzuschauen.

Die Landschaft ist wirklich beeindruckend und die Fahrt in dem 4x4 Toyota auch. Es geht immer mit Schwung die Dünen hoch und dann, am Scheitelpunkt, bleibt der Fahrer erst einmal stehen und ein nächstes weites Tal liegt vor uns.

Diverse Antilopen und eine GNU-Herde sehen wir - von Giraffen leider nur die Spuren. Und unsere ersten Erdmännchen flitzen derart schnell von dannen, dass selbst bei eingeschalteter Kamera wahrscheinlich kein Bild zustande gekommen wäre.

Zum Abschluss sollte es dann auf einer Düne den Sundowner geben und es ging quer durch den Busch und die Düne hoch - diesmal leider nur nicht weit genug. Wir hingen fest. Jetzt hat der Fahrer einen strategischen Fehler begangen. Anstatt den Wagen einfach zurückrollen zu lassen und einen zweiten Versuch zu wagen, hat er sich so tief eingegraben und ist dabei in Richtung eines Busches gerutscht, dass da kein Herauskommen mehr war.

Der Fahrer konnte einem leid tun, aber es schien im absolut nichts auszumachen. Er hat dann erst einmal die Getränke bereit gestellt und wir tranken unseren ersten südafrikanischen Weißwein. Sehr gut! Dass der Handyempfang hier schlecht ist, machte sich dann bemerkbar, als er Hilfe anfordern wollte. Es gab kein stabiles Netz. Via SMS ging es dann doch und irgendwann kam dann ein zweiter Wagen, der uns schnell frei bekam und wir - inzwischen dunkel - unsere Heimfahrt antreten konnten. Ein solches Highlight direkt am ersten Tag hatten wir uns auch nicht zu träumen gewagt.

Obwohl es erst gegen 18:00 Uhr war, kam es einem spätabends vor - kaum eine Dämmerung - sobald die Sonne untergegangen ist, ist es richtig dunkel. Um 19:00 Uhr gab es dann ein hervorragendes Abendessen. Ich habe mein erstes Springbock-Fleisch gegessen (sehr zart - bei den Muskeln, die die für Ihre Sprünge brauchen, hätte ich das gar nicht erwartet).

Und wir sind froh, dass wir uns noch kurzfristig für ein hochwertiges Fernglas (Eschenbach trophy AS/P 10x50 B Ww) entschieden haben. Selbst mit ganz wenig Restlicht kann man noch hervorragend sehen. Der Tag endet für uns gegen 20:00 Uhr. Total übermüdet schlafen wir beide schnell und richtig fest und werden kein einziges Mal in der Nacht wach.


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25.05.2010 - Ein Tag auf der Bagatelle Kalahari Game Ranch

Gegen 05:45 Uhr werde ich wach und denke im ersten Moment, dass es noch mitten in der Nacht ist, weil ich diese Dunkelheit nicht gewohnt bin. Nach der guten Nachtruhe fühle ich mich hervorragend und stehe bald auf. Susanne schläft noch einmal richtig ein und gegen 08:00 Uhr geht es dann zum Frühstück.

Man bekommt auf Bestellung Eier in diversen Möglichkeiten und das Buffet ist auch vollkommen ausreichend. Das Brot wird wohl immer selbst gebacken - jedenfalls haben wir gestern gesehen, wie entsprechende Bleche aus dem Ofen kamen.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf zu einer Rundwanderung hier im Ranch Areal und wir konnten dann schon erste Erfahrungen machen, was es heißt, auf Dünen hoch zulaufen. Ist ganz schön anstrengend. Langsam wird es richtig warm und Tiere zu sehen, ist eher selten. Es kommen uns nur wieder Antilopen zu Gesicht - ansonsten ist es sehr, sehr still.

Wir gehen zunächst auf einer Düne, ehe wir sehen, dass wir, lt. Karte, auf einem Weg gehen sollen. Also gehen wir quer durch das Gestrüpp bis wir den Weg erreichen. Für den Rückweg ist der Weg zunächst entlang einer Düne gezeichnet, da wir aber keinen Wegweiser finden, nehme wir einfach eine von den vielen zum Rückweg und orientieren uns am GPS-Gerät.

Es ist wirklich nicht übertrieben hier viel Wasser mitzunehmen, wobei das, glaube ich, noch nicht einmal an der Sonne liegt, sondern an der trockenen Luft und wohl auch an dem Sand in der Luft. Jedenfalls tat einem richtig der Hals weh und man war froh, immer einiges trinken zu können.

Zurück, trinken wir erst einmal den Sekt, den wir gestern Abend geschenkt bekommen haben und machen uns dann einen gemütlichen Nachmittag bis wir zur Cheetah Tour aufbrechen.


Bild vom 25.05.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Die Cheetah Tour war nicht mit gestrigen Tour zu vergleichen, aber auch interessant, auch die Erläuterungen, warum die Tiere überhaupt hier sind. Es sind alles Jungtiere, deren Mütter von Farmern erschossen wurden, weil diese die Tiere ihrer Herden reißen. Sie können nicht mehr ausgewildert werden, weil sie dort nicht überlebensfähig sind. Hier auf der Bagatelle Kalahari Game Ranch sind 3 männliche Tiere (die wir im Gehege besuchen) und ein Weibchen untergebracht. Das Ganze passiert in Verbindung mit dem Cheetah Conservation Fund, die nicht über genügend Platz verfügen, so dass Tiere auch an entsprechende Gehege abgegeben werden.

Es sind jedenfalls keine Streicheltiere, die haben ganz schön gefaucht, als wir in das abgesperrte Areal gefahren sind - aber nachdem Sie Ihre Fleischstücke bekommen haben, konnte man näher an sie heran und fotografieren. Die Sonne stand etwas ungünstig und das hohe Gras erleichterte das Fotografieren auch nicht gerade. Aber wunderschöne Tiere. Danach ging es zum "obligatorischen" Sundowner, den es diesmal auf der Aussichtsplattform oberhalb unserer Lodge gab und danach habe wir uns zu Fuss in unsere Heim begeben.

Zum Abendessen gab es heute Oryx, der auch sehr gut schmeckte, aber nicht so zart wie der Springbock war. Im Nachgeschmack erinnerte mich das an Leber. Nun haben wir den Start unseres Namibia Abenteuers mit der ersten Lodge vollendet. Am Abend packen wir noch und am nächsten Morgen geht es dann weiter Richtung nach Osten in Richtung Namib.

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26.05.2010 - Fahrt über Maltahöhe zum Namib Rand Nature Reserve

Wir sind mal wieder vor dem Wecker wach und packen Himba noch vor dem Frühstück, denn wir haben heute gut 370km Wegstrecke vor uns (Tourbuch fehlerhaft!) und wissen noch nicht genau, ab wann es von Asphalt auf Schotter wechselt. Nach dem Frühstück und der Verabschiedung geht es zurück über die Schotterpiste wieder zur B1.

Bild vom 26.05.2010 für Tagebuch

Von dort zunächst nach Mariental, wo wir einkaufen und tanken und dann noch Geld abheben und zwar mit der Postcard, was die Mitarbeiterin der Bank zum Staunen brachte: "oh, it works". (Ablauf: "Quick Cash" - "Cheque" - "dann Betrag"). Das Stadtbild ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig. Viele, wirklich viele Menschen sitzen, stehen am Straßenrand in Gruppen und man fragt sich: wozu?

Danach geht es auf der B1 noch bis zur C19, die zum Glück bis Maltahöhe noch Asphalt ist, so dass wir diese Wegstrecke ordentlich schnell überwinden. Hier winken die meisten Entgegenkommenden - auch Einheimische - vermutlich, weil sie sich freuen, nach langer Zeit mal wieder ein anderes Auto zu sehen. Ein Springbock hat etwas Panik, da beiderseits der Straße Zaun ist, und der Heini immer vor uns herlief, anstatt einfach mal links oder rechts der Straße stehen zu bleiben. Irgendwann lief er dann rechts auf der Straße und wir konnten links vorbeifahren.

In Maltahöhe angekommen, tanken wir noch einmal, machen aber angesichts der vor uns liegenden Strecke keine Pause. Von hier fahren wir jetzt ein Stück die C14 bis wir wieder auf die C19 abbiegen. Direkt nach Maltahöhe geht der Asphalt in Schotter über und zwar in eine ziemlich schlechte Wegstrecke. Es ist kein glatter Schotter, sondern sehr steinig und vermutlich ist das auch unser Pech (neben den m.E. schlechten Reifen), der uns dann am 3. Tag unseres Abenteuers den ersten Reifenschaden (hinten rechts) bescherte. Und wenn ich Reifenschaden sage, war das nicht einfach ein Platten, sondern die komplette Lauffläche war im Eimer - aber total - so was kannte ich bisher nur von LKW-Reifen.

Da kam dann schon etwas Panik auf, denn die Gefahr bestand, dass ich gar nicht mehr die Felge abmontiert bekam. (Und von daher gibt es auch keine Foto-Dokumentation des Ereignisses - da haben wir erst gar nicht dran gedacht). Das ging aber dann recht gut, allerdings hat der Reifen ein Schutzrohr für die Kabel so heftig mitgenommen, dass die Schrauben raus geflogen sind und damit am Reifen geschleift hätte. Beim Überlegen für eine Lösung kam ein Telekomauto vorbei, die stoppten und fragten, ob wir Hilfe benötigen. Wir haben dann auf das Problem aufmerksam gemacht.

Zunächst haben die drei Helfer es auch mit einer Schraube versucht, aber die Gegenmutter war wohl von innen nicht erreichbar oder weg. Dann kam (vermutlich der Vorarbeiter) auf die grandiose Idee, einfach einen Kabelbinder zu benutzen. Nicht nur die Idee - so etwas muss man ja auch erst einmal dabei haben. Jedenfalls saß das Rohr danach wieder bombenfest und sie montierten uns dann sogar noch den Reifen. Unglaublich hilfsbereit.

Nun hatten wir also unseren ersten Ersatzreifen verbraten (wie gut, dass wir einen separaten Ersatzreifen gebucht hatten - können wir nur jedem empfehlen!) und hatten immer noch gut 200km vor uns liegen. Entsprechend angespannt sind wir gefahren. Erst nach einer Weile ging es dann wieder relativ entspannt weiter, fast hätten wir noch die Abzweigung verpasst, und konnten nun auch wieder die Landschaftskulisse genießen.


Bild vom 26.05.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

In weiter Ferne konnten wir schon Berge ausmachen, aber rund um uns war nichts als Weite. Man konnte unendlich weit schauen und die Frage war, warum sind die riesigen Gebiete überhaupt eingezäunt - wir können uns überhaupt nicht vorstellen, dass man hier irgendetwas Anbauen oder Tiere halten kann. Aber ab und an kamen wir dann doch an Farmeinfahrten vorbei. Es sind unglaublich riesige Areale, die jeweils zu einer Farm gehören.

Die Schotterstraße war insgesamt leider in einem miserablen Zustand und es ist schon sehr anstrengend, ständig das Lenkrad so festhalten zu müssen. Ich war dann über den Tempomat sehr froh, denn es war schwierig die Geschwindigkeit zu halten, weil man irgendwie immer schneller wurde, wenn eine Teilstrecke mal etwas besser wurde. Die Strecke zog sich unendlich hin, man konnte bei der schnurgeraden Straße, die sehr an amerikanische Highways erinnerte, das Ziel schon sehen und es kam und kam nicht näher.

Mit Passierung des Tsaris-Passes veränderte sich dann die Landschaft radikal und wir kamen in das Gebiet des Namib Naukluft Parks (Namibias größtes Naturschutzgebiet). Jetzt gab es dann doch einige Kurven in den Bergen und die Landschaft wurde atemberaubend. Von Weitem erinnerten die Berge stark an die Dolomiten, die sich aber bei näherem Hinsehen doch als ziemlich poröses Gestein zeigten.

Das Landschaftsbild sah von Ferne so aus, als würden Bergspitzen über einer Wolkendecke hervorschauen. Diese "Wolkendecke" entpuppte sich dann aber bei näherem Hinsehen als eine Unzahl von weißen Grasbüscheln (oder was immer es sein mag). Auch war uns erst im Nachhinein klar, was die vielen roten "Tupfer" in der Landschaft war. Es sind die riesigen roten Dünen, die hier die Landschaft mit bestimmen. Kurz bevor es zur Abzweigung in das Privatgebiet von Wolwedans ging, konnten wir sogar noch unsere erste größere Zebraherde sehen.

Der erste Kilometer im Privatgebiet war ziemlich heavy (gut, dass wir einen VAN hatten), danach aber ging es recht gut auf dem Dünensand voran. Es waren nochmals 20KM bis wir am Farmgebäude waren. Hier hieß es, Himba stehen zu lassen, denn das Camp selbst ist nur mit Offroad Autos zu erreichen und der Transport wird von den Angestellten übernommen.

Der Empfang war überwältigend von Freundlichkeit und Professionalität. Als die Formalitäten erledigt waren wurden wir zusammen mit einem anderen Pärchen zu den Lodges auf einer Hochebene gebracht. Komplett auf Stelzen gebaut um Schlangen und Skorpione abzuhalten. Und diese Ahhh's und Ohhh's, als wir unsere Luxushütte betraten, kann man gar nicht in Worte fassen. Die gesamte Front offen und ein Ausblick, der einem den Atem verschlug. Nach der Erklärung unseres Guides genießen wir erst einmal diesen Ausblick und die Lodge und hatten beide sofort den gleichen Gedanken: «einen Tag zu wenig gebucht». Denn hier hätte man wirklich mal einen Tag ohne jegliche Aktivität und nur zum Relaxen verbringen sollen.

Die Freundlichkeit des Personals ist wirklich überwältigend und man hat keine Minute das Gefühl, dass es "geübt" ist - es ist eine wahnsinnig nette natürliche Freundlichkeit. Das Abendesssen wird richtig gehend zelebriert (und wir hören zum ersten Mal die Klicksprache, die von einigen Stämmen im südlichen Afrika gesprochen wird). Bei einem 4-gängigen Menue lernen wir ein nettes Schweizer Pärchen kennen, die bereits seit zwei Wochen hier unterwegs sind und mit Abweichungen unsere Tour umgekehrt machen und uns einiges erzählen können.

Das war ein netter Abend und es geht wieder früh zu Bett. Die Zeiten hier gehen irgendwie total anders. Früh ins Bett und wieder früh raus. (Morgen Früh ja schon wegen des Sonnenaufgangs). Der überall erwähnte tolle Sternenhimmel wird momentan noch von einem fast vollem Mond überlagert.


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27.05.2010 - Ein Tag auf der Wolwedans Dunes Lodge

Einfach unbeschreiblich. Um 06:00 Uhr geht der Wecker, es ist nicht mehr ganz dunkel und der Kaffee steht bereits vor der Tür. Wir öffnen die gesamte Front unserer Lodge - in der Mitte auch den Fliegenschutz, machen uns Kaffee und sitzen dann im Bett und genießen den Sonnenaufgang. Das war einfach traumhaft und mit Worten kaum beschreibbar. Das war wohl das schönste Aufwachen unseres Lebens.

Bis kurz vor 7 Uhr genießen wir den Ausblick, dann geht es zum Frühstück (doch ein wenig zu früh - geht erst um 07:30h los), bekommen aber alles direkt serviert. Es verspricht ein herrlicher Tag zu werden. Wir machen heute die Morning Tour (die rund 4 Stunden dauert) und haben einen Guide (Usko) ganz alleine für uns, der uns sehr, sehr viel erklärt. Leider bleibt ja immer nur ein Bruchteil davon hängen.

Aber am Beindruckensten ist die Landschaft. Außer Oryx-Antilopen und Springböcken sehen wir als erstes auch Erdmännchen und auch unser Guide sagt uns, dass hier eigentlich die Landschaft im Vordergrund ist und es nirgends in Namibia mehr so eindrucksvoll wird. Er erklärt uns noch, dass es hier auch einige Giraffen, Zebras und auch Geparden (4 ausgewilderte Cheetahs) gibt, aber man diese so gut wie nie sieht.

Aber für uns wird die Tour zu einem echten Highlight, was die Landschaft betrifft. Erst umgeben von Bergen in einer kargen Hochebene, dann wie von Zauberhand Baumgruppen und später richtig hohe Dünen. Und die "Fairy Circles (Feenkreise)" (sehr ausführliche Dokumentation (PDF)) - zig Erklärungen dafür - egal was stimmt: sind sicherlich jedes mal schöne Geschichten für die Touris. Nach vier Stunden durch diese Landschaft sind dann aber auch die Sinne betäubt und nicht mehr aufnahmefähig.

Nach dem Lunch machen wir es uns in unserer Traumlodge gemütlich und genießen den Nachmittag bis es Zeit wird zur (jetzt schon fast obligatorischen) Sundowner Tour. Auch diese Tour können wir wieder mit Usko alleine durchführen. Usko und Susanne sind eingepackt als wären wir in Sibirien. Die Sonne steht schon tief und hier oben wird es dann doch ganz schön frisch.


Bild vom 27.05.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Nach noch weiteren Erklärungen geht es dann zu einer Düne, wo der Tisch gedeckt wird und wir einen traumhaften Sonnenuntergang mit im Osten gegenüberliegenden Vollmund bei Wein und Snacks genießen können. Einfach gigantisch. Mittels eines Magneten zeigt uns Usko noch wie viel Eisen in dem Sand ist.

Nachdem jetzt die Sonne hinter den Bergen untergegangen ist wird es dann auch mir zu kalt und ich verpacke mich dann auch etwas "winterlich". Die Rückfahrt ist dann schon fast in Dunkelheit. Der Tag mit Usko war wirklich traumhaft - unglaublich freundlich und immer alles erklärend.

Der Abend heute ist merklich kühler als gestern, so dass sogar ich schon mit Flies zum Dinner gehe. Zunächst beim Bushman-TV (auch heute gelernt, dass die Lagerfeuer hier so heißen), nehmen wir wieder mit dem netten schweizer Pärchen das hervorragende Abendessen ein, das selbstverständlich im Vorfeld wieder von den Angestellten genau so zelebriert wurde wie gestern.

Gleich nach dem Abendessen verabschieden wir uns dann aber und ziehen uns in die Lodge zurück, denn Morgen steht ein Highlight auf dem Programm, das aber ein sehr frühzeitiges Aufstehen erfordert. Heute machen wir alles dicht, denn es windet gewaltig und es ist richtig kalt. Sogar zusätzliche Decken nutzen wir - darunter ist es dann aber außerordentlich gemütlich. Klar wird jetzt auch, warum hier Ohrenstopfen liegen, denn die Lederabdeckung klatscht mit jedem Windschlag gewaltig. Es wird eine unruhige Nacht - wir sind ein paar Mal wach geworden.

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28.05.2010 - Ballonfahrt und Weiterfahrt nach Sossusvlei

Ich habe den Wecker für 04:20 Uhr gestellt, aber wir sind schon um 04:00 Uhr halb wach und müssen uns zwingen aus dem warmen Bett ins Kalte zu gehen. Wie wir später im Auto sehen, sind es 6°, so dass es vermutlich hier oben auf der Kante noch etwas kälter gewesen sein dürfte.

Bild vom 28.05.2010 für Tagebuch

Eines unserer vielen Highlights. Eine Ballonfahrt über die Namib Rand Nature Reserve. Später wird es traumhaft - am Anfang erst einmal ein wenig alptraumhaft.

Es war abgemacht, dass wir einem Führer zu unserer Ballonfahrt folgen können. Dieser kommt uns auch abholen und ist der erste unfreundliche Empfang hier in Wolwedans (bzw. überhaupt in Namibia). Kein "Guten Morgen" oder "oh, noch ein Gepäckstück" - keine Hilfe beim Poncho anziehen, obwohl es stock-finster ist. Alles wird aber noch schlimmer!

Er ist ein "Privat-Guide" für ein Pärchen, das auf Hochzeitsreise ist und ebenfalls die Ballonfahrt gebucht hat. Wir werden dann erst einmal zum Farmhaus gefahren und räumen unser Gepäck in unser Auto und dann folgen wir diesem Guide. Wir hatten extra abgemacht, dass ich nicht so schnell fahre - und das war auch so mit Wolwedans Angestellten ausführlich besprochen.

Leider hat uns dieser Guide dann schmählich verlassen und uns einfach in stock-dunkler Nacht in einem total fremden Land mit schlechten Straßen einfach hängen lassen, wohl wissend, dass wir noch nicht einmal den Startpunkt der Ballonfahrt kannten. Das wurde dann richtig stressig, nicht nur in der Dunkelheit zu fahren, sondern auch noch zu schauen, wo wir hin müssen.

Zufällig habe ich dann im Feld irgendwo weit unterhalb in der Landschaft Lichter gesehen, die sich bewegten (also wohl von einem Auto stammten) und kurz danach kam ein Zeichen mit "Take off" vom Ballon - es war als Einbahnstraße ausgezeichnet was uns aber jetzt überhaupt nicht interessierte. Es ging dann durch den Dünensand noch ein gutes Stück und endlich konnten wir den Ballon sehen und wussten, dass wir richtig waren.

Kaum angehalten bin ich aber wirklich verdammt ärglich zu dem Kerl gegangen und habe ihm ziemlich laut und deutlich (in schlechtem Englisch) die Meinung gegeigt. Danach ging es mir dann wesentlich besser. Wir hatten jetzt kaum noch Zeit uns für die Fahrt vorzubereiten - zum Glück waren wir ja schon warm genug verpackt. Der Ballonführer rief dann schon bald und so ging es im Laufschritt zum Korb.

Die Startvorbereitungen ließen dann unseren Ärger gänzlich verschwinden und wir konnten uns jetzt auf das Highlight freuen. Der Korb lag noch quer und wir mussten uns Richtung Boden knien - war erst einmal ziemlich ungemütlich und die Kamera hat ordentlich Sand zu schlucken bekommen.

Denis (unser Ballonführer) brauchte dann mehrere Versuche bis der Ballon endlich vom Boden abhob (und sagte uns später auch, dass er fast schon soweit war, den Flug abzubrechen, da die Winde ständig wechselten). Zum Glück hat es geklappt, denn was dann kam war berauschend.

Für mich war dies ja die erste Ballonfahrt, während Susanne schon eine Fahrt über Franken genießen konnte. Sobald der Ballon in der Luft war, entstand eine traumhafte Ruhe (nur unterbrochen vom Öffnen des Brenners) und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl irgendwie den Boden unter den Füßen zu verlieren. Was ich überhaupt nicht abschätzen konnte, war die Höhe oder die Geschwindigkeit. Wenn man nicht an der Bewegung der Umgebung gesehen hätte, dass wir uns bewegen, hätte man meinen können wir stehen still. Ich empfand das richtig meditativ.

Beim Start noch ziemlich dunkel, ging dann hinter den Bergen die Sonne auf (und der Vollmond war auch noch da). Gigantisch! Denis erläuterte uns die Gegend - wir konnten bis Sossusvlei (siehe 29.05.) schauen - und machte auch Fotos von den jeweiligen Pärchen mit den entsprechenden Kameras. Unheimlich netter Typ (und konnte verdammt viele Sprachen). Der Korb selbst war innerhalb abgetrennt, in der Mitte für den Führer und jeweils an den Seiten zwei Trennungen, in denen jeweils zwei Personen Platz hatten. Wir waren 3 Pärchen und ein Single.

Denis dirigierte die Bodentruppe zur wahrscheinlichen Ankunftsstelle (als er funkte "to Stonehenge" habe ich dann doch einmal beisteuern müssen "it's a long trip" - sie haben hier eine Miniaturausgabe von Monolithen, denen sie diesen "inoffiziellen" Namen gegeben haben. Wir genossen einfach die Fahrt, die Landschaft, Sonne und Mond und natürlich die "Fairy Circles", die wir von hier wunderbar sehen konnten.

Nach rund 90 Minuten ging es zum "Landeanflug". Denis funkte lfd. mit der Bodencrew wg. der Windverhältnisse. Zunächst wollte er mittig in der Ebene landen, dort waren aber die Windverhältnisse zu instabil, so dass er seine Crew zum Rande eines Berges in der Ebene dirigierte. So allmählich konnte man erkennen, dass es langsam in Richtung Boden abwärts ging und irgendwann mussten wir uns dann für die Landung vorbereiten. Das hieß diesmal wieder knien, dieses Mal aber genau umgedreht.

Und wer wollte seine Erfahrung der "Ballonluftfahrt" einbringen? Natürlich Susanne. Während wir alle brav knieten und den Kopf im Korb hatten, stellte sich Susanne und schaute, was Sache war - um dann von Denis ermahnt zu werden, den Kopf wieder in den Korb zu stecken.


Bild vom 26.05.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Wir bekamen jetzt den Abwärtsgang nur noch durch kleine Gucklöcher im Korb mit und irgendwann hörte man Denis sagen: "oh ... a heavy landing" - kurze Zeit danach: "a very heavy landing". Und dann knallten wir auch schon auf den Boden, ich denke, so 2-3 mal, aber so schlimm war das gar nicht.

Während wir alle noch so bleiben sollten bis die Bodencrew den Ballon soweit gesichert hatte, dass wir nicht mehr abheben konnten, steht Susanne natürlich wieder auf und wäre am liebsten gleich raus gesprungen um das Seil zu sichern - da kam dann die zweite "Mahnung" von Denis.

Kurz darauf kam dann die Bodencrew und wir konnten nun aus dem Korb steigen. Während die Crew die Ausrüstung wieder transportfähig machte, fuhren wir nach einem kleinen Fußmarsch mit dem Jeep nach "Stonehenge" um dort unser "Champagner Frühstück" zu genießen. Das Öffnen der Champagnerflasche erfolgte mit einer Machete (kompletter Flaschenhals weg) und danach saßen wir mitten in der Namib und frühstückten hervorragend.

Anmerkung

Eintrag in Susanne's Tagebuch: «Mir kommt es so vor, als ob gleich Karen Blixen und Denys Finch Hatton - sie meint natürlich Robert Redford ;-) - über die weite Ebene an geritten kommen.»

Unser Single war ein Farmer aus Botswana, der im Fernstudium Archäologie studiert hat und hier für ein Hotel für einige Wochen arbeitete. Er verschwand mal für 30 Minuten bei "Stonehenge" und kam dann mit Steinen zurück, von denen er uns alles erklärte, wie alt sie sind, welches Material usw.

Sehr interessant, sogar zwei Schmucksteine von Buschmännern hat er gefunden. Alle Steine hat er nachher wieder zurück gebracht (Mitnahme strafbar!) - die beiden Schmucksteine gab er Denis für's Museum.

Den Spruch des Tages höre ich dann noch von Denis. Nachdem ich mit meinem Wissen "angeben" wollte und ihm gerade erklären wollte, dass man im Deutschen "Ballonfahrt" und nicht "Flug" sagt, kommt gleich die Antwort (er spricht gut deutsch): «Ja, ich weiß - aber weißt Du auch warum?» Nach einem Kopfschütteln meinerseits, sagte er dann lachend: «Weil bei Euch auf den Autobahnen geflogen wird!» Fand ich klasse!

Nach dem ausgiebigen Frühstück ging es dann in verschiedene Richtungen weiter - wir wurden mit einem Fahrzeug zurück zu Himba gebracht, der einsam und alleine in weiter Flur stand. Inzwischen ziemlich warm, haben wir uns erst einmal umgezogen um dann zur nächsten Lodge weiter zu fahren.

Die Strecke heute ist zum Glück nicht so weit, denn der Sraßenzustand war extrem schlecht. Erst später (bei der Zufahrt von der D845) wurde die C27 dann besser. Die Landschaft weiterhin unglaublich beeindruckend. Unsere Lodge lag dann auf der rechten Seite, wobei das noch einmal 14 Kilometer Schotter einspurig und schlecht bedeutete.

Obwohl alles flach vor uns, sah man die Lodge erst sehr spät, da sehr schön mit Strohdächern in die Landschaft integriert. Wir hatten uns für die Kulala Desert Lodge entschieden, weil es die einzige Lodge mit einem eigenen Zugang zu Sossusvlei ist und wir damit schon früh einfahren können. Das Tor in Sesriem macht erst später auf.

Der Empfang war wieder sehr freundlich. Wir beschlossen es heute "genug sein zu lassen" (es gab ausreichend Eindrücke vom Tag zu verarbeiten) und genossen den Nachmittag in vollen Zügen. Morgen müssen wir wieder früh aufstehen, denn es geht zum Sonnenaufgang in die Dünen. Wir sind nur insgesamt 3 Pärchen (von insgesamt 40 möglichen Übernachtungsgästen), so dass es sehr ruhig ist. Beim Abendessen stellen sich alle Mitarbeiter vor und unsere Bedienung ist in voller Herero-Tracht.

Direkt nach dem Abendessen geht es in die Falle und die ersten Fragen kommen hoch, warum wir überhaupt (neben den Reiseführern) noch Bücher mitgenommen haben - völlig überflüssig - kurz danach sind wir schon im Tiefschlaf.


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29.05.2010 - Ein Tag auf der Kulala Desert Lodge

Bis 03:00 Uhr schlafe ich hervorragend. Uns wird jetzt langsam auch klar, warum wir so oft in der Nacht aufwachen und der Hals weh tut. Es ist die extrem trockene Luft, die wir nicht gewohnt sind. Wir trinken dann jedes mal Wasser und dann geht es wieder bis Morgens. Heute allerdings ist es bei mir mehr ein Dämmerschlaf.

Bild vom 29.05.2010 für Tagebuch

Um 05:00 klopft es, anschließend Frühstück (für mich zu früh - ich kriege kaum einen Bissen herunter). Um 06:00 geht es zu unserer Tour ins Sossusvlei (entstanden aus der Versandung eines Flusses). Christof - der uns auch seinen afrikanischen Namen genannt hat, aber so lang und schwierig war, dass wir weiter bei Christof bleiben - ist unser Führer für heute.

Wie in Wolwedans haben wir ihn wieder ganz für uns alleine. Unglaublich freundlich und ruhig vom Stamm der Herero (erstaunlich wie wenig Ressentiments gegenüber uns Deutschen existieren). Er erläutert uns die Tour und dann geht es erst einmal in Richtung des separaten Eingangs der Lodge.

Die Asphaltstraße ist gut und kerzengerade. Christof erklärt uns ein verfallenes Haus am Straßenrand damit, dass zunächst geplant war, Bauarbeiter hier wohnen zu lassen um die Straße zu reparieren. Dann wurde aber festgestellt, dass die Straße länger hält als gedacht und jetzt kommt der Bautrupp nur einmal im Jahr. Beiderseits der Straße hohe Dünen, die bis zu 400 Metern (!) hoch wachsen (Big Daddy). Ein beeindruckender Anblick.

Aber erst als wir dann zu Düne 45 (es sind nur einige Dünen mit Nummern gekennzeichnet) kommen und wir uns auf den Aufstieg machten, wussten wir was Sand bedeutet. Der Wind blies aus Osten gewaltig (und kalt) und der Aufstieg war anstrengender als jede Bergtour. Rund 100 Meter sind wir aufgestiegen und schauten uns das Panorama an. Ein Erlebnis der besonderen Art, als dann die Sonne hinter den Dünen ihr Licht verstrahlte.

Wir sind jetzt gerade einmal 6 Tage in Namibia und können eigentlich schon heute feststellen, dass es eine grandiose Idee war. Jeden Tag fragen wir uns, wie denn der nächste Tag das Gesehene noch toppen soll. Der Abstieg war dann recht einfach, aber unten mussten erst einmal die Schuhe ausgezogen und vom Sand befreit werden.

Danach geht es weiter zum Dead Vlei, das durch eine Düne vom Wasser abgeschnitten ist, wo man beeindruckende abgestorbene Bäume sehen kann, die wegen des trockenen Klimas nur langsam verfallen. Das Alter der Bäume ist wegen fehlender Jahresringe schwer zu bestimmen. Christof erzählt, wenn es regnet (20ml im Jahr) blüht es am Rande der Fläche sofort.

Wir haben viel Glück, dass wir so früh unterwegs sind und können es noch "menschen-los" fotografieren. Später ist hier die Hölle los. Beim Rückweg zum Auto erzählt uns Christof ein wenig von sich, einem schweren Motorrad-Unfall (mit viel Glück überlebt und viele Operationen), von seiner große Familien, die nicht nur in Namibia leben. Als er dann nach Kindern von uns fragte und ich ihm erzählte, dass mein Sohn Patrick heißt, erzählt er uns, dass ich in Afrika nach der Geburt dann nicht mehr Michael, sondern nur noch «Papa Patrick» gerufen würde. Fand ich sehr schön.

Und weiter geht es ins Innere. Dort war dann wirkliches Offroad-Fahren angesagt. (ich bin mir nicht sicher, ob ich hier mit einem 4x4 PKW zurecht gekommen wäre). Christof fährt blind in den richtigen Spuren und hier ist wohl auch der Linksverkehr aufgehoben. Wir werden ganz schön durchgeschüttelt - aber die Landschaft ist unvergleichlich. Kreuz und quer fahren hier die Autos, sogar mit deutschen Nummernschilder Offroad-LKW's. Bis zum Ende der Fahrmöglichkeit geht es, wo Christof einen ruhigen, windgeschützten Platz für unser Frühstück findet. Ab hier sind es ca. 50 KM Luftlinie zum Ozean.

Christof erzählt uns die Geschichte, dass es vor einigen Jahren 2x (das letzte Mal 2006) soviel Regen gab und ein richtiger See entstand. Daraufhin kamen alle mit ihren Offroader angefahren, weil das wohl ein tolles Erlebnis war durch das Wasser zu fahren, so dass die Regierung die Einfahrt hier verbieten musste. Nach dem tollen Frühstück ging es dann wieder zurück zur Lodge. Der Tag ist noch nicht vorbei und war schon so traumhaft schön.


Bild vom 29.05.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Bis zum frühen Nachmittag können wir relaxen, ehe wir zum Meeting Point gehen, wo Christof gerade die Sundowner Utensilien verstaut. Es geht dann wieder in den Park, dann aber Richtung Ausfahrt nach Sesriem. Unterwegs wieder viele Erläuterungen, auch die schönen Feenkreise wieder - Christof hat noch ein paar mehr Erklärungen parat - insgesamt ein großes Mysterium (sollte auch so bleiben - da kann man den Touristen so schöne Dinge erzählen).

Am offiziellen Eingangstor fahren wir aus dem Park (auch das Kennzeichen von Christof wird notiert) und sind in Sesriem. Von hier geht es zu einem nicht sehr großen, aber wie Christof sagt zum «sexiest Canyon in Namibia». Der Tsauchab hat diesen Canyon im Zeitraum von 2 Millionen Jahren gegraben. Wir klettern hinunter - momentan total ausgetrocknet, wenn man von einigen Pfützen absieht, die aber von der Tierwelt gerne als Wasserstellen genommen werden.

Zur Rückfahrt auf das Areal der Lodge fahren wir die Hauptstraße entlang und hier fährt Christof mal links, mal rechts, mal in der Mitte - gerade wo der Belag am Besten ist. Und wenn wir mit dem Tempo fahren würden, könnten wir wahrscheinlich die doppelte Anzahl Kilometer am Tag "fressen".

Auf dem Gelände der Lodge findet Christof dann einen wunderschönen Platz für unseren Sundowner. Wir sprechen auch viel über das Land und Afrika, über die Sprachen der Natural Einwohner (27 insgesamt - und was ich auch nicht wusste, dass zu den Hereros ja mehrere verschiedene Stämme gehören und da auch unterschiedliche Sprachen gesprochen werden). Es war wieder traumhaft dort zu sitzen und die Landschaft und das Jetzt zu genießen. Und das Privilig zu haben, dies überhaupt erleben zu dürfen. Danach ging es in kurzer Zeit zur Lodge wo wir wieder freundlichst empfangen wurden, diesmal mit einem Cherry.

Wir genießen den Abend und kurz bevor wir zum Abendessen gehen wollten, man glaubt es kaum, kriegen wir auch noch Wärmflaschen für's Bett (und die hielten bis morgens warm!). Susanne ist natürlich absolut begeistert und kriegt auch noch meine Flasche dazu. Das Abendessen war wieder sehr gut (Oryx - Susanne war es zu zäh) und gute Beilagen und schon um 20:15 Uhr geht es Richtung Lodge und Bett - unglaublich. Es ist die zweite Nacht in Namibia, die wir ohne "Stress verschlafen" können, denn morgen geht es weiter und wir müssen nicht gar so früh aufstehen - wir haben "nur" ca. 175 km Strecke vor uns.

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30.05.2010 - Zwischenstation in der Rostock Ritz Desert Lodge

Heute ist mal kein frühes Aufwachen verlangt, weil irgendeine Tour beginnt. Wir können ausschlafen, aber klar ist, wer um 21:00 Uhr schläft hat um 06:00 Uhr auch schon ausgeschlafen.

Bild vom 30.05.2010 für Tagebuch

Und so gehen wir gegen 06:30 gemütlich zum Frühstück und genießen es, da wir reichlich Zeit haben. Die Strecke heute diente eigentlich nur eines Zwischen-Stopps, da die Kilometer direkt bis Swakopmund doch zu weit gewesen wären.

Nach Check-Out und netter Verabschiedung geht es dann weiter am Rande der Namib Richtung Norden. Die Landschaft ist weiterhin beeindruckend. In Sesriem aufgetankt und Susanne hat inzwischen auch irgendwo im Handschuhfach den Tipp von Europcar gelesen, den Luftdruck auf Schotter zu minimieren, so dass wir dort auch gleich den Luftdruck absenken lassen. Die Idee war wirklich gut, denn das Fahren wurde jetzt doch einfacher und vor allem die Wellen auf der Straße wurden besser abgefangen.

Bald ändert sich dann auch die Landschaft westlich, denn wir kommen in die Naukluftberge. Rechts beeindruckende Berge - links die unendlichen Dünen der Namib. Grandios. Es gibt viele Unterbrechungen für Fotos. Die Straße ist "relativ" gut (das Empfinden liegt vielleicht auch an dem niedrigeren Luftdruck) und endlose Geraden führen uns weiter zum Ziel. Relativ viel Verkehr heute (vielleicht wegen des Sonntags) und wir werden des öfteren überholt einschließlich von LKW's.

In Solitaire, ein kleines Kaff direkt an der Straße, ist aus alten Schrottautos ein wunderbares Kunstwerk und Panorama geschaffen worden. (den Ort sollte ich später ja noch näher kennenlernen). 50km später geht es zu unserer heutigen Lodge. Wir müssen noch ca. 6 KM im Privatgelände fahren bis wir bei der Lodge sind.

Der Empfang ist wieder sehr freundlich, aber trotzdem ganz anders als wir es bisher gewohnt waren. Es ist nicht diese überbordende Herzlichkeit, die wir bisher erlebt haben. Trotzdem waren auch hier alle sehr freundlich und hilfsbereit - es war für uns nur wieder "normaler". Insbesondere müssen wir erwähnen, wie uns direkt geholfen wurde, als ich dann beim Ausladen von Himba bemerkte, dass wir wieder einen Platten hatten, dieses Mal vorne links. Muss wohl auf den letzten Metern zur Lodge passiert sein.


Bild vom 30.05.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Da war zwar die Reifendecke noch dran, aber der Schaden war auch wieder irreparabel. Na bravo, so ein toller Tag - und dann zum Abschluss das. Nun war die große Frage: "Risiko und 200 KM Schotter bis Swakopmund ohne Ersatzreifen oder irgendwie nach einem Reifen zu schauen". Einer der Angestellten der Lodge ruft bei Europcar an, die aber nur mitteilen, dass heute Sonntag ist und sowieso kein Ersatzreifen geliefert werden kann. Das ist das erste Mal, dass wir von Einheimischen hören wie schlecht der Service von Europcar hier ist.

Von den Angestellten kommt der Vorschlag in Solitaire (50KM) einen neuen Ersatzreifen aufziehen zu lassen. Der Manager ruft dort an und sie haben auch wirklich einen passenden Reifen vorrätig. Also mache ich mich auf den Weg die Strecke wieder zurück zu fahren. Susanne will auch mit - ich kann sie aber überreden hier zu bleiben. Gut, dass Susanne nicht dabei war, denn ich brettere teilweise mit 120KM zurück. Es geht flott und in Solitaire wird dann der Reifen auch sehr schnell montiert.

Interessant war wirklich die Wartezeit. Einer der Arbeiter versuchte mit einer Heißluftpistole an einem Kühler irgendein zähes Material zu entfernen. Ich fragte mich allerdings wozu, weil mittig im Kühler ein riesiges Loch klaffte und mir nicht klar war, warum dann erst den Dreck zu lösen. Aber vermutlich wird dann aus einem zweiten Kühler wieder ein funktionierendes Teil gebastelt. Bei uns hätte man den Kühler gleich in den Müll verfrachtet.

Nach der Montage tanke ich noch voll, um rund 250 Euro ärmer, und es geht wieder zurück. War ein echt tolles Erlebnis, leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei. Die Rückfahrt geht dann auch sehr flott und fast übersehe ich noch die Zufahrt zur Lodge, weil ich gar nicht damit gerechnet habe, dass die so schnell wieder auftaucht.

Angekommen, wird dann heute am Pool der Sundowner mit Campari genossen (die geplante Tour haben wir gecanceled). Und die Werbung verspricht nicht zu viel, die Aussicht ist wirklich super. Nach einem guten Abendessen (erster Ostrich/Strauss) geht es dann ins Bett. In der Hoffnung, dass dies der letzte Reifenschaden war.


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31.05.2010 - Swakopmund

Der erste Moskitostich hat mich erwischt - und das unter dem Netz. Zum Glück sind sie hier keine Krankheitsüberträger. Das Vieh ist hörbar, lässt sich aber nicht erwischen. Susanne kommt auf die glorreiche Idee Autan zu benutzen - danach können wir dann wieder gut schlafen.

Bild vom 31.05.2010 für Tagebuch

Kurz nach 07:00 geht es dann zum Frühstück und anschließend wird Himba beladen. Nach dem Bezahlen werden wir dann noch als "Postboten" angestellt. Der Angestellte fragt uns, ob wir nach Swakopmund fahren und Postkarten mitnehmen könnten. Klar, machen wir - da das sicherlich öfter passiert, fragen wir uns, ob die auch immer weggeschickt werden.

Unser Weg führt uns heute lange, lange Zeit auf rund 900-1000 Metern durch das Gebirge, über den Gaub Pass und durch den Kuiseb, ein ausgetrocknetes Flussgebiet. Nachdem wir die letzten Pässe überwunden (manchmal sogar mit Asphalt (vermutlich dort wo Wasser fließt, damit die Straße nicht weg geschwemmt wird)) und im Abgrund auch ein Bus-Wrack gesehen haben, geht es auf eine endlose Hochebene durch die Namib.

Obwohl im kühlen Auto sitzend, wird einem hier bewusst was Wüste bedeutet. Nichts als Sand, selbst die Straße fügt sich in das Bild ein. Endlose Weite und nichts als Sand, Sand, Sand. Ab und an einige grüne Büsche, wo man sich fragt, wieso hier? Beim Aussteigen weht ein extrem warmer Wind und die Temperaturen klettern auf über 30° (Winter!).

Die Straße ist ganz passabel, so dass wir gut voran kommen. Erst sehr spät merken wir, dass wir uns Meter für Meter dem Meeresspiegel nähern, allerdings extrem langsam. Wir merken den Abstieg eigentlich nur an der Temperatur. Normalerweise sind ja Temperaturen in der Ebene höher als auf Bergen/Hochebenen. Hier allerdings wird es ganz allmählich immer kälter je näher wir Walwis Bay und dem Meer kommen. In Walvis Bay angekommen, haben wir nur noch 13° in der Anzeige. Von 30° auf 13° - das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

Wir fahren die B2, total im dicken Nebel, weiter Richtung Swakopmund. Rechts und links der Straße eine Unmenge von Kreuzen. Lt. Reiseführer ist das hier wohl für die Einheimischen die Rennstrecke schlechthin. Es geht um den Streckenrekord zwischen Swakopmund und Walvis Bay. Viele konnten den Rekord wohl selbst nicht mehr erleben. In Swakopmund ist das Wetter ebenfalls sehr trübe und es geht auf die Suche nach unserem Hotel, das etwas außerhalb liegt.

Mit kleinen Verfahrern finden wir es bald. Wunderschön direkt am Meer gelegen, haben wir eine kleine Suite, die man auch zur Selbstversorgung nutzen kann. Nach dem Auspacken geht es erst einmal in die Stadt, wo wir uns wegen der Ersatzreifen bei Trails und Tracks (unserer Incomming Agentur) erkundigen wollen. Dort wird uns außerordentlich freundlich direkt geholfen, obwohl die Vermietung des PKW's nicht über diese Agentur erfolgte (hier zum zweiten Mal die Erwähnung, dass der Service von Europcar in Namibia nicht berauschend ist).

Mit der Adresse von Europcar ausgerüstet fahren wir dort hin, finden aber niemanden. Zurück in der Stadt buchen wir zunächst eine Stadtführung für morgen. Im Internet-Café bin ich zum ersten Mal seit dem 23.05. wieder mit "der Welt verbunden" und die zwei Top-Nachrichten sind: »Köhler zurückgetreten - Lena Meyer-Landrut gewinnt den Eurovision Song Contest.» Na, wenn's nichts Schlimmeres auf der Welt gibt.


Swakopmund / Quelle: Wikipedia Quelle: Wikipedia

Wir rufen von hier aus noch einmal bei Europcar an und haben auch Glück. Eine Angestellte gabelt uns auf und wir fahren zusammen zum Büro. Dort heißt es erst einmal ein "Unfall-"formular ausfüllen um dann endlich eine Zusage für einen Ersatzreifen zu bekommen. Wird morgen in's Hotel geliefert. Der muss extra aus Windhoek hier her transportiert werden - warum man nicht mit einer lokalen Reifenwerkstatt ein Abkommen hat ist mir unverständlich.

Wenigstens haben wir jetzt das Kapitel "Reifen" vorerst abgeschlossen. Den Service von Europcar können wir nicht gerade hervorheben, aber die Mitarbeiterin war sehr freundlich und hat uns dann endlich auch geholfen.

Anschließend gehen wir in den gegenüberliegenden Supermarkt einkaufen. Wir haben beschlossen uns heute selbst zu verköstigen, da unser bisheriger Speiseplan doch sehr, sehr fleisch-lastig war und wir einmal einen "Salattag" einschieben wollen. Und da unsere Suite alles Nötige hat machen wir es uns für den restlichen späten Nachmittag gemütlich. Es wird bald dunkel, auch wegen des schlechten Wetters. Die Postkarten haben wir immer noch, da wir keinen Postkasten gefunden haben. Hoffentlich klappt es morgen.

Was beim Autofahren sehr gewohnungsbedürftig war, waren die an den Kreuzungen auf allen Straßen montierten Stopp-Schilder. Hier hieß es immer mit Augenkontakt zu prüfen, ob man fahren kann. Ob so etwas in Frankfurt funktionieren würde? Hinzu kam noch der Linksverkehr und die unglaublich breiten Straßen, die es irgendwie erschwert haben sich klar zu werden auf welche Seite man jetzt eigentlich nach dem Abbiegen fahren muss.

Nachtrag

Zu Hause Kontoauszug von der Postbank mit Abbuchung von 1.500 NAM-Dollar in Skwakopmund, obwohl ich bei zwei Versuchen dort kein Geld bekommen habe. Erst einmal ein Schreck, aber nach Reklamation bei der Postbank kam eine Woche später eine Korrektur mit der Stornobuchung. Fragt man sich natürlich: Hat die Bank in Namibia einfach mal versucht abzubuchen nach dem Motto, vielleicht merkt er es nicht? Und wie wäre die Beweislast gewesen, wenn das jetzt nicht so problemlos storniert worden wäre?


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01.06.2010 - Stadtführung Swakopmund

Früh im Bett - früh wach. Susanne fragt mich, ob ich gut geschlafen habe - ich antworte "JA". Wie spät ist es - 04:00 Uhr - oh je. Wir versuchen noch einmal einzuschlafen, was auch gelingt, ist aber eher ein Dämmerschlaf (der Kühlschrank stört jetzt ein wenig beim Einschalten - ganz schön laut).

Irgendwann wird es aber draußen hell und wir stehen auf und gehen zum Frühstücksraum (im Restaurant). Gute Auswahl - die Rühreier sind allerdings nur lauwarm und die "fried" Tomate kalt. Aber ist schon okay so. Wir sagen an der Rezeption noch Bescheid wegen unseres Reifens, der heute geliefert werden soll und machen uns dann auf in die Stadt.

Und, welche Überraschung, die Autos sind alle gewaschen worden - so sauber sah Himba seit der Übernahme nicht mehr aus - allerdings sieht man jetzt auch die Schrammen - und ich weiß beim besten Willen nicht, welche schon da waren und welche neu sind - und vor allem, was es bedeutet, wenn neue dabei sind, wenn wir den Wagen zurück geben.

In der Stadt angekommen, parken wir auf "unbegrenztem" Parkraum und es gibt Parkwächter, wohl von der Stadt angestellte Arbeitslose, die auf das Auto aufpassen (haben entsprechende "offizielle" Weste an). Wir geben unserem "Aufpasser" 20 Namibia-Dollar und hoffen, dass er auch aufpasst. Danach laufen wir zur Post (wir haben gestern 6 Postkarten geschrieben) kaufen Briefmarken dafür (leider kriegen wir nur einheitliche "Fußball-WM" Marken und keine schönen Tiermarken) und werfen sowohl unsere eigenen als auch die mitgenommenen Karten in den entsprechenden Briefkasten, so dass wir unseren Auftrag jetzt als erfüllt ansehen.

Danach geht es dann zum Museum, dem Treffpunkt für unsere gebuchte Stadtführung mit Frau Flamm-Schneeweiß. Sollte man nicht versäumen - war hoch interessant. Ein Pärchen ist noch dabei und die Frau (Gina Mayer) fragt sehr gezielt und viel. Ist auf Recherche für ein Buch hier. Die Führung ist sehr gut und sehr ausführlich - sehr schön auch das aktuelle Bild mit alten Bildern und Postkarten vergleichen zu können. Auch viel über die Geschichte, den Herero-Aufstand und das heutige Leben als "Ausländer" in Namibia werden uns vermittelt.

Nach den Erzählungen ist mir eigentlich nicht klar, warum hier noch so vieles "deutsch" ist. Sie erzählt uns auch von einem Männergesangsverein (immer noch keine Frauen zugelassen!), die allerdings Nachwuchssorgen haben (Durchschnittsalter jenseits der 65).


Swakopmund / Quelle: Wikipedia Quelle: Wikipedia

Wir laufen durch die Stadt und bekommen ein Bild wie es hier zu Beginn der Besiedlung aussah und was das "in etwa" bedeutete. Leider bleibt so wenig von dem Erzählten hängen, aber trotz alledem was es sehr interessant. Frau Flamm-Schneeweiß unterrichtet hier Deutsch/Geschichte und erzählt auch, dass es heute schwierig ist, Nicht-Namibier anzustellen, da man immer erst nachweisen muss, dass man keine einheimischen Arbeiter findet.

Auch so schöne Anmerkungen wie: «Hier arrangiert man sich irgendwann mit dem Schlendrian, sonst wird man nicht heimisch» oder «Ich wurde hier auch konservativer als ich es in Deutschland war» und «Die Rechten sind hier gar nicht so rechts - viele haben den ersten und zweiten Weltkrieg gar nicht in ihrem Weltbild mit erlebt und können gar nicht verstehen, warum Deutschland "schlecht" sein sollte».

Nach der Führung gehen wir dann Pancake essen und danach fördert Susanne das namibische Bruttosozialprodukt, während ich im I-Cafe sitze und die Nachrichten über die Gründe für Köhlers Rücktritt lese - unglaublich). Na, sind wir mal gespannt, wer da als Kandidat auftaucht.

Nachdem Susanne vom Shoppen zurück ist (schöne Läufer und eine wunderschöne Figur) und wir noch Kabelbinder besorgt haben (siehe 26.05.), geht es zu Anton's Autowerkstatt - von unserer Führerin empfohlen, da deutsch sprechend. Wir wollen das Schutzrohr kontrollieren lassen und netterweise machen sie uns das alles schön fest - Kostenlos!!! - wir geben 50 NAM-Dollar Trinkgeld.

Dann heißt es noch voll tanken für morgen (je 20 NAM-Dollar Trinkgeld bringen die beiden Tankwarte dazu uns richtig nett nach zu winken - war wohl mehr als gewohnt - aber uns tut es nicht weh - und es ist schön, wenn man jemanden mit solchen Kleinigkeiten den Tag erfreuen kann).

Wir beschließen einen zweiten "Diättag", da die Tage hier doch immer mit reichlich Essen verbunden sind. Unser Reifen ist auf dem Zimmer abgeliefert worden. Seit Mittag ist das Wetter herrlich und wir können direkt vor unserer Suite am Meer unseren Sundowner genießen. Der Tag endet wie üblich wieder früh. Morgen steht wohl unsere anstrengendste Tagestour bevor.

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02.06.2010 - Auf dem Weg in den Norden (Ugab Terrassen)

Die erste Nachruhe ist um 02:00 Uhr vorbei - wir sind beide wach - ich bin so wach, dass ich denke, es ist schon früher Morgen. Der Unterschied zu dem bisherigen nächtlichen Aufwachen - kein trockener Hals hier direkt an der Küste.

Bild vom 02.06.2010 für Tagebuch

Wir schlafen zwar wieder ein, aber es ist mehr ein Ruhen, denn öfter werden wir wach bis wir dann kurz vor dem Wecker um 05:50 Uhr aufstehen. Wir packen noch einiges und gehen dann erst einmal zum Frühstück, danach den Check-Out und dann geht es voll gepackt weiter Richtung Norden.

Zunächst auf der Salzstraße an der Küste entlang im Nebel - mal mehr, mal weniger - ehe wir bei Henties Bay wieder Richtung Inland fahren. Und dort erwischt es uns wirklich richtig.

Zunächst noch wohl gelaunt, weil die Straßen hier wesentlich besser sind, kommen wir bald in einen Sandsturm, der schlimmer als dichter Nebel ist. Das Problem hier, man verliert sofort total die Orientierung, da die Straße kaum vom Rand unterscheidbar ist. Das waren wirklich heftige 10 Kilometer (wir konnten uns nur noch an den Telefonmasten orientieren), danach war der Sturm nicht mehr so stark, so dass man wenigstens einigermaßen das Vorfeld sehen konnte. Nach etwa 30 Kilometer war dann der Spuk vorbei. Hier fing dann auch wieder ein wenig Vegetation an.

Wir fahren bis Uis (die Straßen sind übrigens wesentlich besser) und vor Uis ging es dann mit Verkaufsständen an der Straße los. Das ist neu. Das gab es in der Mitte nicht. Die meisten einfach nur Steine im Angebot, andere auch mal Puppen und Kunstgegenstände. In Uis fahren wir zum Tanken. Und dort war es das einzige Mal wo Jugendliche wirklich sehr, sehr aufdringlich versucht haben, uns Steine zu verkaufen. Das gab es zwar in Skwakopmund auch, wenn man dort aber "no, thanks" gesagt hat, war es gut.


Vingerklip Lodge / Quelle: HP Vingerklip Lodge Quelle: HP Vingerklip Lodge

Hier allerdings war ich froh, als endlich der Tank voll war und wir weiterfahren konnten. Die Vegetation wurde allmählich richtig grün und beim Abbiegen auf die C39 in der Nähe von Khorixas ging es dann sogar auf Asphalt weiter. Wir hatten bis hierher mit einer wesentlich längeren Fahrtzeit gerechnet. Beim Abbiegen in das Ugab-Terrassen Gebiet dann noch einmal rund 20 KM Schotter bis die Vingerklip Lodge vor uns lag. Von der Straße hat man das übrigens überhaupt nicht gesehen. Sollte jeder, auch wenn man hier nicht übernachtet, einen Abstecher machen.

Eine tolle Anlage und die Landschaft hier atemberaubend - es würde mich nicht wundern, wenn John Wayne um die Ecke käme, gerade vom Monument Valley zurückkehrend. Wir stehen mitten in einem urzeitlichen Fluss (als hier der Ugab noch sein Bett ausbreitete) und die Terrassen, die sich dort gebildet haben prägen heute diese Landschaft. Die Anlage fügt sich wunderbar in die Landschaft ein.

Unsere Lodge liegt schön mit Sichtweite zu einer Wasserstelle, wo sich uns auch schon eine Kleinfamilie der Großkudus zeigt. Für unser Abendessen ist heute ein kleiner Aufstieg angesagt, denn die Lodge hat zusätzlich auf dem "Eagles Nest", eine Terrasse direkt bei der Lodge, eine zusätzliche Essensgelegenheit (mit großer Grillanlage), die nur dann genutzt wird, wenn viele Gäste da sind. Da heute ein Bus da ist, haben wir das Glück, dies genießen zu können. Nach 20-minütigem Aufstieg (mit Treppen an der steilsten Stelle) genießen wir zunächst einen Sundowner (aus der Musikbox erklingt (instrumental): «Die kleine Kneipe in unserer Straße von Peter Alexander» - alles ziemlich unwirklich.

Auf dem Kamm ist auch noch eine separate Lodge, die für Hochzeitsgäste (Heavens Gate) gedacht ist. Ist aber zur Zeit nicht belegt. Nach einem guten Abendessen (der erste Impala - schmeckt vorzüglich) geht es an den Abstieg (bei der Wasserstelle können wir Pferde beobachten) und dann ist der Tag auch schon wieder vorbei.


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03.06.2010 - Ein Tag auf der Vingerklip Lodge

Die erste Nacht, die wir unter'm Moskitonetz durchschlafen und erst in der Frühe, gegen 05:30 Uhr wach werden, wobei man hinzufügen muss, dass wir bereits um 20:30 Uhr schon wieder tief geschlafen haben.

Wir machen uns auf zum Frühstück, wo es schon laut her geht mit der deutschen Reisegruppe, nette Leute, die wir gestern Abend beim Sundowner kennen gelernt haben, aber uns wäre das zu anstrengend. Wie wir, sind sie gestern mit dem Bus aus Swakopmund gekommen und fahren heute schon wieder direkt nach dem Frühstück weiter.

Nach dem Frühstück geht es dann auf zu unserer Wanderung zur Vingerklip. Wir nehmen den langen Weg und umrunden Eagles Nest. Wir sehen in der Ferne eine Familie Kudus, kommen aber nicht so nahe heran, wie wir das wünschen. Vermutlich machen wir Europäer ja auch so viel Krach, dass wir schon meilenweit zu hören sind.

Nach rund 2 Stunden kommen wir zur Vingerklip, deren Aufstieg gar nicht so hoch ist wie es von weitem aussah. Sieht wirklich beeindruckend aus, so mitten in der Landschaft. Und wenn man dann von dort sieht, dass die komplette Ebene hier mal unter Wasser (bis zu 100 Meter) stand (lang, lang ist's her) und diese Terrassen sieht, dann kommt man sich ganz klein vor. Die Aussicht ist grandios.


Bild vom 03.06.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Auf unserem Rückweg nehmen wir den direkten Weg zur Lodge und machen uns einen gemütlichen Nachmittag am Pool, wo wir von vielen hübschen Vögeln begutachtet werden (die wir natürlich alle nicht bestimmen können). Wir können noch eine weitere Wasserstelle in der Ferne ausmachen und sehen dort Kudus und Paviane. Mit dem Fernglas gut zu besichtigen ist es für Fotos zu weit. Wir machen einige Fotos mit 4-fach Digitalzoom. Die Aufnahmen sind ganz passabel, aber natürlich nicht druck- und vergrößerbar.

Ein kurzer Abstecher in den Pool (saukalt bei den heißen Außentemperaturen) - dann ein Nachmittagskaffee. Am späten Nachmittag dann zum Sundowner in einer offenen Hütte in der Lodge. Beim Abendessen dann eine himmliche Ruhe. Nur ein Schweizer Paar übernachtet neben uns noch hier (daher ist auch Eagles Nest heute dicht). Die Essensportionen sind zu gewaltig. Bei Susanne sieht man noch nicht einmal, dass überhaupt was weg ist, ich esse nur das wirklich köstliche Elenantilopen-Steak. Das zarteste Fleisch, das ich jemals gegessen habe. Absolut empfehlenswert.

Und heute wird es richtig spät, denn nach dem Essen kommen wir mit den Schweizern ins Gespräch und unterhalten uns sicherlich bis 23:00 Uhr. Die Angestellten schauen schon ganz verzweifelt, ob wir uns nicht endlich mal in unsere Hütten begeben, was wir dann schließlich auch tun.

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04.06.2010 - Zwischenstation in der Etosha Safari Lodge

Gut geschlafen - früh wach, gehen wir zum Frühstück und treffen noch unsere Schweizer bevor wir ans Packen gehen.

Bild vom 04.06.2010 für Tagebuch

Nach dem Check-Out (und Einkauf unserer ersten Andenken), geht es weiter bis kurz vor die Einfahrt zum Etoshapark über das Anderson-Gate zur Etosha Safari Lodge. Nachdem wir aus dem Gebiet der Berge fahren wird die Landschaft sehr eintönig. Links und rechts der Straße kleine Bäume und Büsche, die nach kurzer Zeit ein eintöniges Landschaftsbild vermitteln.

In Outjo kaufen wir noch ein. Ein kleiner Junge passt auf das Auto auf. Als wir zurück kommen, geben wir ihm 20 NAM-Doller, eine Flasche Wasser und eine Tüte Kekse. Sein Blick verrät mir, dass wohl auf der gegenüberliegenden Seite seine Mutter mit einem weiteren Kind steht. Hoffentlich erreicht es die Richtigen.

Das Stadtbild gleicht im ersten Augenblick dem von Mariental. Rechts und links der Straße viele, viele Menschen, die dort warten auf was? Daneben allerdings auch elegant gekleidete Einheimische, teilweise modern, teilweise in Tracht.

Vollgetankt geht es dann weiter auf Asphalt - landschaftlich sehr eintönig - auf schnurgerader Straße. Man freut sich, wenn es mal eine Unterbrechung durch Schäfer (ja, wirklich Schafe hier in Afrika) oder Ziegenhirte am Straßenrand gibt oder an einer Baustelle die Arbeiter winken.

Keine einzige Unterbrechung für Fotos und eine gute Straße sorgen dafür, dass wir früh bei der Lodge sind. Eine sehr, sehr große und weitläufige Anlage. Der Empfang wieder sehr freundlich mit Begrüßungstrunk und dieses Mal sogar heiße Tücher zum Erfrischen.


Bild vom 04.06.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Die Lodges liegen alle links und rechts des Hauptgebäudes wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Die Lodges sind okay, aber irgendwie fehlt hier das spezielle Ambiente, das bisher jede Lodge hatte. Dazu eine sehr kleine Terrasse, die gar nicht nutzbar ist, kein Sonnenschirm und kein Tresor, so dass man immer die Sachen mitnehmen muss. Am Pool auch kein Sonnenschirm und trotz Zusage der Rezeption auch keinen bekommen.

Man hat das Gefühl, die Lodge ist wohl mehr als "Durchgangslager" für den Etoshapark gedacht - ich weiß nicht, ob hier längere Übernachtungen öfter vor kommen. Die Dusche allerdings kriegt Pluspunkte, sehr groß und ein richtig guter Wasserstrahl.

Susanne geht schon an den Pool (der ist wirklich schön mit toller Aussicht), während ich erst später gehe, als es auch Schatten gab. Zum Sundowner gehen wir zum Hauptgebäude wo eine schöne Aussichtsplattform den Blick auf die Landschaft und eine Wasserstelle frei gibt. Allerdings sehen wir hier keine Tiere. Wir gönnen uns einen Campari. Bei Anbruch der Dunkelheit wird ein Feuer gemacht, wo wir angenehm sitzen ehe wir zum Dinner gehen.

Es gibt Auswahl am Buffett, die zwar nicht gerade "heiß" war, aber ansonsten wohlschmeckend. Soviele Gäste wie hier hatten wir auf unserer ganzen Tour noch nicht. Das sind wohl gleich mehrere Reisegruppen. Wie immer früh in der Falle. Ein relativ ereignisloser Tag.


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05.06.2010 - Etosha Nationalpark (1)

Wir stellen den Wecker auf 05:30, weil wir früh aufstehen wollen um möglichst bei Toröffnung schon am Gate zum Etoshapark zu sein.

Bild vom 05.06.2010 für Tagebuch

Nach Frühstück und Auschecken geht es rund 10km zum Anderson-Gate, wo wir einen "Laufzettel" bekommen, den wir in Okaukuejo im Office bezahlen müssen. Anschließend können wir dann auf unsere erste Tagestour in den Park einfahren.

Schon bald sehen wir riesige Herden von Zebras, Gnus und «natürlich» Springböcken. Eine unglaublich vielfältige Anzahl von Vögeln, die wir nicht identifizieren können. An einer Wasserstelle warten wir dann schon fast 30 Minuten und es ist «nix los auf der Gass», als plötzlich aus dem Gebüsch eine Giraffe auftaucht - ganz, ganz langsam aus dem Dickicht kommend - sehr vorsichtig und immer wieder umschauend.

Auch an der Wasserstelle dauert es lange ehe sie sich zum Trinken nach unten beugt, wider Erwarten nicht mit gespreizten Vorderbeinen, sondern ein Bein angeknickt und das andere etwas versetzt. Plötzlich tauchte eine zweite Giraffe auf, wesentlich kleiner, wobei uns nicht klar war, ist das ein Pärchen oder Mutter und Kind. Auch diese Giraffe ist sehr, sehr vorsichtig und es dauert ebenso lange bis sie sich zum Trinken beugt. Diese aber, wie erwartet, die Beine weit gespreizt beim Beugen zum Wasser.

Bald daruf kam ein Kudu-Bulle (im Schlepptau Antilopen, die aber keinenfalls Kudus waren) und das gefiel der kleinere Giraffe wohl überhaupt nicht. Obwohl auf der gegenüberliegenden Seite des Wasserlochs schien dem Bullen klar zu sein, dass er hier nicht beliebt ist und machte sich langsam auf den Rückzug. Das ging der Giraffe aber wohl nicht schnell genug und hetzte ihn dann weg.

Karte Etosha Nationalpark / Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Der Kudu-Boss tauchte dann aber bald wieder in Gesellschaft seines Harems auf (brauchte wohl Verstärkung) - jetzt störte die Giraffe das ganz offensichtlich nicht mehr. Diese Wasserstelle war ein erstes Highlight hier im Park.

Bei der Weiterfahrt dann in einiger Entfernung ein Solo-Elefant - es sollte leider unser Einziger bleiben. Später dann eine Löwin am Straßenrand, die sich auch von den vielen Autos nicht stören ließ. Wir waren uns nicht sicher, ob das normal ist. Sie machte einen gesunden Eindruck, atmete regelmäßig, schlug sich auch mal über den Rücken auf die andere Seite, aber das da überhaupt keine Reaktion kam, wenn die Autos direkt neben ihr stoppten war schon ungewöhnlich.

Wir besuchen weitere Wasserlöcher, manchmal ohne Erfolg, manchmal mit großen Herden von Zebras, Gnu's und diversen Antilopenarten. Während der Fahrten auch immer mal wieder Tiere aller Couleur, ab und an direkt vor uns querend. Irgendwann beginnt aber dann die Zeit, wo man für die Land- und Tierwelt nicht mehr aufnahmefähig ist. So machen wir uns langsam auf nach Halali, wo wir in einer staatlichen Lodge (Privatlodges sind im Park verboten) übernachten.

Der Unterschied war dann doch gewaltig. An der Rezeption mehr "abgefertig", denn willkommen geheißen. 50 NAM-Dollar Pfand müssen wir für den Lodge-Schlüssel hinterlegen. Das war's. Die Lodge selbst war okay und groß (auch zur Selbstverpflegung geeignet).

Später, bevor uns die Dunkelheit erreichte, machen wir uns dann auf zur Wasserstelle direkt hier am Ort und dort erlebten wir dann zum Abschluss des Tages noch ein zweites grandioses Highlight. Zunächst war bis auf ein paar Hühner und viele Vögel am Wasserloch nichts los. Die Beleuchtung war sehr marginal, so dass ein wunderschön diffuses Licht im Sonnenuntergang vorherrschte.

Dann sahen wir wie sich das Gebüsch bewegte und ein mächtiges Breitmaul- nashorn die Bühne betrat. Sich umschauend kam es zur Wasserstelle um erst einmal ausgiebig zu saufen. Nach einiger Zeit konnten wir im Hintergrund ein Stampfen und Raunzen hören. Nach einiger Suche sahen wir dann, dass dort noch ein Nashorn stand und sich nicht vorwärts zur Wasserstelle bewegte.

Nach der ausgiebigen Wasseraufnahme ging der Bulle (wobei uns erst später klar wurde, das das ein Bulle war) in Richtung des anderen Nashornes und ging in weitem Abstand vorbei. Danach kam dann das andere Nashorn zur Wasserstelle und fing ebenfalls sehr ausgiebig das Saufen an. Nach einiger Zeit kam der Bulle wieder zurük und stellte sich an eine andere Stelle und fing auch wieder zu saufen an.

So standen da erst einmal zwei Nashörner am Wasserloch und tankten reichlich Flüssigkeit. Dann ging das Weibchen aktiv zu dem Bullen hin und stellte sich ihm gegenüber. Und was zunächst wie der Beginn eines Kampfes aussah entpuppte sich dann als "Loving-Affair". Jetzt sah man auch den gewaltigen Größen- unterschied der beiden Tiere. Von da an war uns klar, dass das Männchen und Weibchen war.

Es war erstaunlich mit welcher Zartheit die beiden Kolosse sich die Gesichtsfront gegenseitig «streichelten», mit den Hörnern immmer wieder die Seiten wechselten und dann sich richtig auf das Maul knuddelten. Grandios! Das ging dann sicherlich 45 Minuten so, als urplötzlich das Weibchen einen riesigen Satz rückwärts machte und ein Stück weg lief. Den Bullen schien das überhaupt nicht zu irritieren. Er neigte sein Maul wieder ins Wasser und soff.

Nach einer Weile kam das Weibchen aber zurück und das Spiel ging von vorne los. Zunächst stupste der Bulle allerdings das Weibchen immer weg nach dem Motto «Ich hab kaa Lust mehr», doch das Weibchen lies nicht locker bis der Bulle sich wieder aktiv beteiligte.


Bild vom 05.06.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Und während der ganzen Zeit saß, sicherlich im Abstand von ca. 2-3 Metern eine Eule auf einem flach liegenden Baumstamm und schaute sich das Schauspiel bewegungslos an. Wir haben sie dann Spannereule getauft. Wie lange sich das komplette Liebesspiel noch hinzog, können wir nicht sagen, denn nach zwei Stunden knurrte unser Magen und wir machten uns auf zum Abendessen.

Leider war für unsere Kamera die Beleuchtung nicht ausreichend - die Bilder sind nix geworden. Ich habe nur 3 Bilder mit Photoshop bearbeitet, damit das wenigstens dokumentiert ist.

Das Feeling im Restaurant entsprach in etwa "Schulspeisung". Das Essen selbst war wirklich okay (vegatarisch - musste ja sein, wenn man schon in einem Nationalpark der Tiere ist). Unsere Bedienung (männlich) allerdings ohne jegliche Freundlichekeit, keine Nachfrage, ob man noch etwas benötigt, schwierig, auf sich aufmerksam zu machen, weil niemand schaute - eine totale Unlust. Selbst beim Bezahlen und dem Überwinden auch noch Trinkgeld zu geben - kein Ton - keinerlei Reaktion.

Der Unterschied gegenüber den privaten Lodges war schon gewaltig - warum das so ist, ist mir unverständlich. (Gerechterweise möchten wir erwähnen, dass eine weibliche Bedienung, die für andere Tische zuständig war, einen wesentlich freundlicheren Eindruck hinterließ).

Mit jeweils einem Glas Wein kommen wir heute hin - das hatten wir auch noch nicht. Trotzdem ist natürlich hier eine Übernachtung jedem zu empfehlen, der zwei Tage im Park bleibt, denn man kann dann morgens früh in den Park fahren. Kaum im Bett sind wir auch schon wieder am Schlafen.


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06.06.2010 - Etosha Nationalpark (2)

Früh geht es zum Frühstück, so dass wir bei Toröffnung um ca. 07:00 Uhr gleich aus Halali in den Park fahren können. Über die Bedienung und den Check-out wollen wir den Mantel des Schweigens legen.

Bild vom 06.06.2010 für Tagebuch

Wir haben unser erstes Highlight gleich zu Beginn. Direkt an einem Wasserloch liegt ein Rudel Löwen (wobei es anscheinend nur weibliche Tiere sind). Einige Jungtiere liegen im Gebüsch weiter entfernt.

Zunächst faul dort liegend, steht ein Weibchen auf und schaut in Richtung einer Gazelle, die gar nicht so weit entfernt an nichts böses ahnend frisst. Aber die Mägen sind anscheinend so gesättigt, dass es zu anstrengend ist, jetzt zu jagen.

Eine ganze Weile schauen wir uns das Schauspiel an. Dass wir gleich am Morgen so ein Highlight haben - damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Weiter ging es dann durch den Park und heute wurde unser «Giraffentag». Ich wusste gar nicht, dass die so massenhaft auftreten. Gestern noch lange auf zwei Giraffen gewartet, sehen wir heute Dutzende. Ebenso riesige Herden von Zebras, Gnu's und diversen Antilopen. Nur unsere Elefanten kommen nicht.

Nach diversen Wasserlöchern und noch einer kleinen Panikattacke (Überquerung eines Wassergrabens auf der Straße um zu einem Wasserloch zu gelangen, der tiefer war als angenommen - und der Befürchtung auf dem Rückweg stecken zu bleiben - ging aber alles gut). Gegen 14:00 Uhr sind unsere Sinne überfordert und wir verlassen den Park im Osten durch das Lindequist-Tor zu unserer nächsten Lodge.


Bild vom 06.06.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Was für ein Unterschied. Wir werden bereits erwartet (vom Tor angemeldet) und bekommen ein Erfrischungstuch und einen Welcome-Trink. Die Anlage ist unglaublich - von der Art her wie Wolwedans (gehört auch zur gleichen Unternehmensgruppe) - die Hütten selbst noch einen Tick besser. Der Ausblick war halt in Wolwedans unvergleichlich.

Außer uns nur noch ein zweites deutsches Paar, so dass wir wieder sehr viel Zuwendung bekommen. Wir genießen den Nachmittag in vollen Zügen mit Campari und zum Sundowner steigen wir dann auf Wein um. Eine Tour machen wir heute nicht mehr - das wäre dann einfach zuviel des Guten gewesen.

Am Abend werden wir zum Dinner abgeholt, weil hier auch Löwen frei herum laufen (kommen durch Löcher im Zaun des Etoshaparks hier her). Ich frage mich zwar, was es hilft, wenn mich jemand begleitet, der kein Gewehr hat, finde es aber trotzdem eine schöne Geste. Angst haben wir sowieso keine - wieso? - keine Ahnung.

Und tatsächlich, als David, einer der Angstellten uns das Abendessen vorstellt, brüllt im fernen Hintergrund ein Löwe. Wir können uns die scherzhafte Anmerkung, dass das sicherlich vom Tonband kommt, nicht verkneifen.

Das Dinner ist hervorragend und auch der Wein, den wir ausgesucht haben, mundet ganz köstlich. Nach zwei Flaschen auch ein wenig beschwipst schlafen wir in unserer Luxushütte hervorragend. Susanne freut sich wieder königlich über die Wärmflaschen, die bereits im Bett liegen.

In der Nacht werden wir einmal von einem Höllenlärm draußen wach - die halbe Tierwelt scheint zu schreien und ein Schrei war so erbärmlich, dass man annehmen könnte, dass da ein Leben ausgehaucht wurde.


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07.06.2010 - Geburtstag Susanne

Wir haben gestern beschlossen, heute einen "freien" Tag zu machen und nur diese Anlage und unsere Lodge zu genießen und den 50. Geburtstag von Susanne zu feiern. Auch wollen wir keine Tour mehr machen, obwohl wir unsere Elefanten doch vermisst haben. Ich hatte gestern den Manager noch informiert, dass Susanne heute ihren 50. Geburtstag feiert und er darauf hin ohne Zögern sagte, dass er ein Champagner-Frühstück am Pool aufbereiten lässt.

Als wir morgens dann zum Frühstück gehen ist am Pool alles wunderbar vorbereitet. Der Weg zum Tisch gesäumt mit Kerzen und der Champagner gekühlt schon vorbereitet. Obwohl es zu dieser frühen Zeit kaum über 10° ist genießen wir das in vollen Zügen. Eine heiße Tasse Kaffee wärmt uns erst einmal.

So lange dauert es dann auch nicht mehr bis die Sonne hinter den Bäumen hervorlugt und dann die Temperaturen schnell steigen. Nach dem Frühstück machen wir es uns am Pool gemütlich und selbst heute kommt man kaum zum Lesen, weil am (natürlichen) Wasserloch bis zum frühen Nachmittag die Hölle los ist. Zebras, Gnu's, Springböcke, Kudus, Imaplas - alle möglichen Tiere kommen und gehen und vor allem die Jungtiere lassen ihrem Übermut freien Lauf (siehe Video am Anfang dieser Seite).


Bild vom 07.06.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Wir genießen diesen Tag in vollen Zügen (wie den ganzen Urlaub bisher) - uns kommt die Szenarie absolut unwirklich vor. Am Abend gibt es wieder hervorragendes Essen. Und zum Abschluss gibt es dann noch eine tolle Überraschung für Susanne. Der Geburtstagskuchen wird mit einem afrikanischen Geburtstagsständchen überreicht (durch Michael, der inzwischen David abgelöst hat).

Nach dem Abendessen sitzen wir dann noch eine ganze Weile mit dem anderem Pärchen zusammen und kommen, für unsere hiesigen Verhältnisse, relativ spät in die Falle.

Kleiner VideoClip vom Geburtstags-Ständchen für Susanne (YouTube)

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08.06.2010 - Fahrt zum Waterberg

Schlagartig um ziemlich genau 05:00 Uhr stehen wir beide senkrecht im Bett. Ein Löwenbrüllen hat uns wach gemacht. Das klang wirklich nahe. Leider fällt mir zu dieser frühen Stunde viel zu spät ein, einfach mal das Fernglas zu benutzen.

Bild vom 08.06.2010 für Tagebuch

Wir versuchen irgend etwas draußen wahrzunehmen, können aber absolut nichts sehen. Wieder im Bett liegend, ertönt rund 15 Minuten später noch einmal ein beeindruckendes Grollen. Man hat das Gefühl, der Löwe sitzt direkt vor der Hütte.

Später beim Frühstück berichten wir dem Manager davon - haben alle nichts gehört und wir dachten, die stehen dort alle Gewehr bei Fuss um uns zu retten.

Nach dem Frühstück geht es jetzt wieder Richtung Süden zurück wo unser Ziel heute der Waterberg ist. Die Straße ist hervorragend, zunächst durch Tsumeb (mit einem kleinen Verfahrer), dann durch Otjiwarongo. Auf Grund der eintönigen Landschaft gibt es keine Unterbrechungen, so dass wir schnell voran kommen.

Und sogar geblitzt wird hier, damit haben wir ja überhaupt nicht gerechnet. Mehrmals auf der B1, der Nord-Süd Verbindung, stehen sie am Straßenrand und messen offensichtlich mit Laserpistolen. Wie gut, dass der Tempomat das korrekt regelt.

Die letzten Kilometer zur Lodge werden dann doch noch heftig. Zwar keine Steine, aber eine Sandstraße, die dermaßen wellig ist, dass es uns und Himba so richtig durchschüttelt.

Waterberg / Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia/jthetzel

Nach dem Einchecken an der Rezeption müssen wir noch einmal einige Kilometer auf Sand fahren, ehe wir bei der Lodge sind. Eigentlich wollten wir die Plateau Lodge buchen - haben wir zu spät bemerkt, dass die Wilderness Lodge gebucht wurde.

Die Anlage selbst ist sehr schön, unsere Lodge allerdings klinisch kalt und keinerlei Atmosphäre, insbesondere das Badezimmer sieht mehr nach "Kinder-Landverschickung" aus. Außerdem ist es richtig kalt im Zimmer im Gegensatz zu den angenehmen Außentemperaturen.

Wir machen einen Abendspaziergang und essen zusammen mit zwei netten jungen Schweizer Pärchen - alles an großen Tischen. Die Angestellten sind unglaublich freundlich und auch sehr gesprächig, so dass man einiges erfährt.

Wir ziehen uns nach dem Abendessen zurück und sind bald wieder fest am Schlafen. Pluspunkte gibt es für die Wärmflaschen.



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09.06.2010 - Ein Tag auf der Waterberg Wilderness Lodge

Gut geschlafen gehen wir erst einmal Frühstücken. Die Hütte wärmt sich leider überhaupt nicht auf und ist sehr ungemütlich.

Für heute haben wir eine geführte Wanderung auf das Plateau gebucht. Dieses Mal sind wir in einer größeren Gruppe unterwegs. Unser Guide ist ein Herero und Chef eines Dorfes. Beim Aufstieg auf das Plateau erklärt es uns querbeet von Pflanzen und Tierwelt, erläutert uns Spuren im Sand (Schlangen) und bei einer Rast an einem ausgetrockneten Wasserloch zeichnet er dann in den Sand ein komplettes Herero-Dorf, benutzt zur Darstellung der Hütten und anderer Dinge kleine Holzstückchen und Steine, so dass bald direkt vor uns ein komplettes Dorf entsteht.

Dann erläutert er uns sehr ausführlich das Leben in einem solchen Dorf, wie ein neuer Chef gewählt wird, wer für was zuständig ist, die Heiratspolitik und noch viel mehr. Auch die Schlacht hier am Waterberg zwischen Deutschen und Hereros schildert er ausführlich. Das war wirklich hoch interessant.

Die Länge der Wanderung war kaum 4 Kilometer, dauerte aber 4,5 Stunden, da wir immer wieder lange Pausen zur Erklärung machten. Beim Abstieg kamen wir dann noch beim Campingplatz der Anlage vorbei (kein Mensch zu sehen) und wanderten zurück zur Lodge.


Bild vom 09.06.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Wir gönnten uns ein Mittagessen und anschießend verbrachten wir den Nachmittag im Garten und konnten wieder Tiere beobachten und relaxen. Das Abendessen konnten wir dann nicht so dolle genießen, hatten wir doch dieses Mal nicht unsere Schweizer, sondern ein deutsches Pärchen am Tisch, dessen männlicher Part sich mit ziemlich rechtem Gedankengut äußerte. Entsprechend kurz bleiben wir nach dem Essen sitzen.

Später in der Hütte klopft dann Margret (eine der Angestellten) um uns nach draußen zu rufen um ein Stachelschwein zu sehen. Ist eine ganze Familie, die wohl immer hier her kommt und das Kleine kann man im Licht der Taschenlampe, die Lukas (ebenfalls einer der Angestellten) auf das Tier hält. Mutter und Vater haben sich erst einmal verdrückt. Nach kurzer Zeit lässt Lukas dann aber die Kleine wieder zu Mutter und Vater.

Die Angestellten waren wieder zuvorkommend und herzlich freundlich. Die Besitzer der Lodge sah man allerdings überhaupt nicht, dabei hätten wir gerade bei der Werbung (familiär) erwartet, dass man auch mal mit den Besitzern ins Gespräch kommt. Im Gespräch mit einem netten Paar erwähnte der Mann: "Die Uniform der Angstellten hier sieht wirklich aus wie Gefangenenlager - orange mit riesigem Letter WWL" - dem konnte ich nur zustimmen. Wäre vielleicht mal eine Maßnahme, diese auszutauschen. Bei den anderen Lodges waren die Kleidungen wesentlich schöner und unauffälliger.

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10.06.2010 - Fahrt zur Erongo Wilderness Lodge

Das Frühstück verlief ziemlich sprachlos, da wir leider wieder wie gestern Abend zusammen saßen. Wir stehen direkt auf, als wir fertig sind und packen Himba für die Fahrt zu unserer letzten Lodge.

Bild vom 10.06.2010 für Tagebuch

In Abweichung vom Tourbuch geht es dann zurück nach Otjiwarongo, um von dort über die C33 nach Omaruru zu fahren, da die vorgeschlagene Querverbindung eine Schotterstraße ist. So machen wir vielleicht einen kleinen Umweg sind aber die ganze Zeit auf Asphalt unterwegs. Hat vielleicht auch ein wenig mit unserem Reifen-Vodoo zu tun.

In Omaruru (bekannt vor allem durch die deutsche Kolonialgeschichte) machen wir zunächst Station in einem Café. Zwei deutschsprachige Gäste, tja, wie soll ich es ausdrücken, dem Aussehen nach alte "Südwester" haben es noch nicht einmal notwendig unser "Guten Tag" zu erwidern und die Bedienung ist auch nicht gerade die Freundlichkeit in Person, wobei sich das später bessert. Der Kuchen macht allerdings einiges wett - der war wirklich lecker.

Anschließend stoppen wir noch einmal am Ortsausgang (vor der Brücke) um bei "Tikoloshe Afrika Shop" traumhaft schöne Sachen anzuschauen (aus diversen Hölzern (Wurzelschnitzereien) hergestellte Kunstwerke) und auch einiges davon einzukaufen.

Schon kurz nach der Stadt geht es rechts ab und weiter das letzte Stück auf Schotter zur Lodge. Die Lodge selbst ist nur mit 4x4 Fahrzeugen erreichbar, so dass wir Himba am entsprechenden Parkplatz stehen lassen und mit Gepäck über Stock und Stein zur Lodge transportiert werden. Die Strecke wäre ich vermutlich auch nicht selbst gefahren, wenn wir ein 4x4 Fahrzeug gehabt hätten.

Man kann es gar nicht oft genug schreiben. Der Empfang war wieder super freundlich und ist immer wieder ein schönes Erlebnis. Die Lodge liegt traumhaft in einer Spalte des Erongo Gebirges und man sieht sie erst, wenn man kurz davor steht und selbst dort fallen die Hütten kaum auf. Die Lodge ist ein absoluter Traum.


Bild vom 10.06.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Ein Luxus-Zelt mit Betten und Dusche und Toilette außen liegend. Diese sind gut abgeschirmt, aber das hat man auch nicht alle Tage, dass man beim Toilettengang nach Dunkelheit einen traumhaften Sternenhimmel über sich beobachten kann (inzwischen ist der Mond natürlich nicht mehr voll und wir konnten schon die letzten Tage diesen traumhaften Nachthimmel bewundern).

Wir haben eine Sundowner-Tour (was sonst) gebucht und haben mal wieder einen Guide ganz für uns alleine. Cooless, der bisher gesprächigste aller Guides, erzählt uns, dass Morgen sein letzter Arbeitstag ist und er dann 4 Wochen zu Hause vor dem Fernseher sitzt und Fußball-WM schaut (und Ghana unterstützen wird).

Wie immer bei den Touren wird uns sehr, sehr viel erklärt. Bei vielen seiner Erläuterungen nimmt Cooless immer wieder Bezug auf seine Großmutter (z.B., dass diese während der Apartheid nur einmal im Jahr vor Weihnachten überhaupt in die Stadt durfte) und das Leben früher. Wir machen dann noch einen kleinen Fußmarsch zu einer Höhle mit Bushman-Zeichnungen. Ich hatte mir diese nicht so detailliert vorgestellt. Und die Geschichte, die uns Cooless dazu erzählte war auch sehr interessant.

Anschließend genießen wir auf dem flachen Fels unseren Sundowner. Bald danach ist es dunkel und wir fahren zur Lodge zurück. Cooless erzählt uns dann zum ersten Mal von den "Small Five". Wir haben ja schon viel von den "Big Five" gehört, aber davon noch nichts. Cooless erwähnt, dass man das kaum findet und meine Recherchen haben auch keinen großen Erfolgt gehabt. Auf einer Webseite der Schweiz (DRS Radio) bin ich fündig geworden, wobei ich nicht sicher weiß, ob das die gleichen Tiere sind, die Cooless aufgezählt hat.

Nach einem super Dinner in wunderschöner Atmosphäre und einem sehr, sehr freundlichen Manager, der mit uns Deutsch spricht, geht es dann in unsere Luxusbehausung, wo wir die Aussicht auf einen gigantischen Sternenhimmel genießen und schlafen anschließend schnell ein.


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11.06.2010 - Fahrt nach Windhoek

Nach einem kleinen Snack machen wir dann noch einen Morning-Tour, ebenfalls wieder mit Cooless. Wir wandern zwei Stunden um das Gebirge herum und er erzählt uns wieder wahnsinnig viel.

Bild vom 11.06.2010 für Tagebuch

Cooless erzählt uns dann auch von seiner Heirat und wie aufwändig und schwierig das war. Die langen Tageszeiten in Westeuropa und vor allem in Skandinavien faszinieren ihn. Er vermittelt uns, welche Verehrung alle Afrikaner für Mandela haben. Auf dem Rückweg können wir das Flussbett des ausgetrockneten Omaruru Rivier sehen.

Nach der Rückkehr wird ein köstliches Frühstück für uns bereitet, das wir mit Blick auf eine Vielzahl von Vögel vor der Hütte schön genießen können. Hinzu gibt es Pancackes wie man sie wünscht. Dies war nun unsere letzte Lodge in Namibia. Nun heißt es südwärts nach Windhoek zurückkehren.

Nach dem Packen werden unsere Sachen in den Jeep geladen, wieder sehr herzliche Verabschiedung, wobei wir noch erfahren, dass unser Hotel in Windhoek zur gleichen Company gehört, dann geht es wieder über die Felsen zu Himba, der jetzt wieder an die Arbeit muss.

Für die Fahrt nach Windhoek liegen jetzt nur noch Asphaltstraßen vor uns, so dass uns hoffentlich kein neuer Puncture-Vodoo trifft. Bis Karibib auf der C33 mit wenig Verkehr, geht es anschließend auf der C32 Richtung Ost. Hier liegt eine Baustelle, dessen Ende wir jederzeit erwarten aber nicht kommt. Sicherlich 30-40 Kilometer schätzen wir, wird dort gebaut. Immer mal wieder einspurig mit Ampelregelung, dann aber auch teilweise schon fertige Abschnitte wo offensichtlich nur die Markierung fehlt.

Warum hier eine so große Baustelle geschaffen wurde ist uns rätselhaft, denn große Abschnitte liegen absolut brach. Wir kommen aber trotzdem gut vorwärts und kurz vor Okahandja liegt dann auch die Baustelle hinter uns und wir wechseln auf die B1 nach Windhoek.

Dafür gab es jetzt Betrieb wie auf deutschen Autobahnen. Ein Auto nach dem anderen Richtung Süd und genau so eine endlose Schnur Richtung Nord. Man konnte so gut wie nicht überholen, einige Einheimische haben das aber doch geschafft.


Bild vom 11.06.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

In der Nähe von Windhoek dann rechts und links eine Unzahl von Pavianen. Möchte nicht wissen, wie viel Unfälle mit diesen Tieren hier passieren.

In Windhoek angekommen, wird die Straße 4-spurig mit riesigem Mittelstreifen auf denen Paviane gemütlich ihr Mittagessen zu sich nehmen. Susanne navigiert hervorragend zu unserem Hotel, so dass wir ohne einen einzigen Verfahren bald vor dem Tor stehen. Die Anlage, wie alles hier, ist abgesichert wie ein Hochsicherheitstrakt.

Empfang wieder sehr, sehr freundlich. Wir beschließen heute nichts mehr zu unternehmen und machen uns einen gemütlichen Nachmittag. Das Zimmer und auch die gesamte Anlage laden geradezu dazu ein. Susanne geht in einer riesigen Badewanne «baden».

Am Abend dann ein ganz hervorragendes Dinner mit Spitzenwein. Später schauen wir dann nach rund 3 Wochen zum ersten Mal wieder Fernsehen, irgendein Rugby-Event, wo auch Neuseeland, die gerade spielen, dabei ist. Die letzte Nacht in Namibia ist angebrochen. Ich schlafe etwas unruhig, weil mein Blutdruck immer noch nicht in Ordnung ist. Teilweise scheine ich aber auch zu Träumen, dass ich wach bin, denn irgendwann ist Morgen und ich bin eigentlich nicht gerädert.


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12.06.2010 - Windhoek und Abflug

Wir frühstücken (auf der geschlossenen Terrasse mit Gaswärmern - sehr urig) und checken dann erst einmal das Zimmer aus (wir lassen einiges zurück um unser Gewicht zu minimieren).

Bild vom 11.06.2010 für Tagebuch

Eine geplante Stadtrundfahrt lassen wir sausen. Obwohl wir normalerweise gerne Städtereisen unternehmen sind wir irgendwie gedanklich noch weit in der traumhaften Landschaft und wundervollen Tierwelt Namibias und haben keine Lust auf Stadt.

Wir planen nur einen Besuch im Namibia Craft Centre wo einheimische Produkte verkauft werden und gleichzeitig vor allem HIV-infizierte Mütter und Kinder unterstützt werden. Die HIV-Rate ist auch in Namibia enorm hoch.

Wir werden vom Hotel in die Stadt gefahren und machen auch eine Abholzeit aus. Mit Ausnahme von Windhoek wurde ja in allen Reisebüchern Namibia als sicheres Reiseland bewertet, was wir auch unumschränkt bestätigen können. Nur vor Windhoek wird teilweise massiv gewarnt - aber in welcher Großstadt auf der Welt wäre das nicht so.

Leider ist man dann immer etwas angespannt, so dass man gar nicht vorurteils- frei und entspannt durch die Straßen laufen kann - sicherlich tut man da auch manchem Unrecht.

Nach einem kleinen Bummel durch die Stadt (mit einigen deutschsprachigen Geschäften) gehen wir dann in das Craft Centre. Die unterschiedlichsten Angebote, teilweise wirklich tolle Sachen und vor allem unglaublich viel Literatur auf Deutsch über Namibia, die ich in Deutschland nie gesehen habe.

Einiges suchen wir uns aus zum Kaufen und trinken noch einen Kaffee im Restaurant im Gebäude, ehe uns der Hotelfahrer wieder abholt. Im Hotel angekommen machen wir es uns dann bis zum frühen Nachmittag gemütlich.

Dann kommt die Zeit, wo wir endlich Abschied nehmen müssen. Es geht wieder zurück zum Flughafen wo wir vor drei Wochen gelandet sind. Die Rückgabe des Mietwagens verläuft problemlos (keine Tankstelle am Flughafen - voll tanken müssen wir bei Europcar's eigener Tankstelle).

Zu klären sind allerdings noch die Kostenerstattungen für die Ersatzreifen (die haben uns bis jetzt 500 Euro,-- gekostet (wobei der Reifen von Europcar sogar teurer war als der Ersatzreifen aus Solitaire!!!!). Bei Europcar heißt es nur, dass wir uns in Deutschland an unsere Agentur wenden sollen. Das werden wir dann mal versuchen.


Bild vom 12.06.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Im Flughafen sitzen überall Gruppen und schauen TV, da die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika begonnen hat. Wir können schon früh einchecken - geht ruckzuck - danach gibt es erst einmal einen kurzfristigen, kompletten Stromausfall - das passiert dann im Laufe des Nachmittags noch zweimal.

Beim Zoll müssen wir wieder den gleichen Zettel wie bei Ankunft ausfüllen, aber zum ersten Mal empfängt mich eine Zöllnerin mit einem Lächeln im Gesicht (da spielt das Land keine Rolle - die sieht man so gut wie nie, egal ob Mann oder Frau, lächeln) und als sie nach dem Blick in meinen Reisepass erwähnt, dass sie am gleichen Tag Geburtstag hat und ich "natürlich" antworte: «but many years later» wird das Lächeln noch stärker.

Die anschließenden Sicherheitskontrollen sind bescheiden. Nichts wird untersucht, dabei habe ich Netbook, Kamera, Fernglas und GPS dabei. Dann heißt es warten bis unser Flieger zum Start bereit ist. Mit der Zeit leert sich die Halle, denn wir sind der letzte Flieger, der heute hier startet.

Und irgendwann ist die Wartezeit vorbei - es geht per Fußmarsch zum Flugzeug, das heute im Gegensatz zum Hinflug ausgebucht ist (und es empfängt uns bayerische Heimatmusik aus den Lautsprechern - unglaublich - glaubt eigentlich die ganze Welt, dass Deutschland nur aus Bayern besteht?).

Der Start erfolgt pünktlich und nach der "Speisung" machen wir uns für eine ungemütliche Schlafgelegenheit bereit. Es wurde eine ziemlich schlaflose Nacht. Ziemlich gerädert kommen wir am Morgen in Frankfurt an. Gepäck ist aber bald da und unser gerufenes Taxi aus Bad Vilbel steht auch bald vor der Tür.

Zu Hause angekommen verbringen wir den Tag mit Ausräumen und Dösen. Morgen fahre ich mit dem Zug nach Augsburg um mein neues Auto abzuholen. Da freut man sich ja dann auch drauf.

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13.06.2010 - Fazit

Ein absoluter Traumurlaub. Ein wunderschönes Land mit unglaublich freundlichen Einheimischen, eine Naturkulisse, die beeindruckend ist und natürlich die Wildtiere.

Was wir beim nächsten Mal anders machen würden:

Vor allem Wolwedans hätten wir gerne einen Tag länger genossen. Unsere gebuchten Lodges können wir (bei Waterberg mit Abstrichen wg. der Lodge selbst) empfehlen - Halali ist zwar eine Servicewüste, muss aber sein. Alle Führungen, die wir bei den Lodges gebucht haben, waren hervorragend und sehr erlebnisreich.


Bild vom 28.05.2010 / Quelle: eigene Quelle: eigene

Unsere absoluten Lodge Favoriten:

Ohne den Service und Freundlichkeit der anderen Lodges schmälern zu wollen, aber diese drei Lodges waren einfach etwas Besonderes. Da hätten wir gerne ein paar Tage mehr verbracht.

Sicherlich mit Neuseeland der Urlaub, der am nachhaltigsten im Gedächtnis und der Gefühlswelt bleibt, obwohl wir schon traumhafte Urlaube erlebt haben. Insbesondere die Ballonfahrt über die Namib, das Beobachten der Nashörner und des Löwenrudels werden noch lange nachwirken.

Nun heißt es wieder Geld verdienen, damit wir hier irgendwann wieder einen Urlaub verbringen können.

Nachtrag

Dank der Bemühungen unserer Agentur Toucan Reisen GmbH, Hamburg haben wir inzwischen unsere Investition in die beiden Ersatzreifen komplett erstattet bekommen - schönen Dank an dieser Stelle dafür.

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Verwendete Literatur:

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